Im Fokus

Kommentar der AGJ-Vorsitzenden Prof. Dr. Karin Böllert: Herausforderungen von und Perspektiven nach Covid-19: Corona geht uns alle an – nur manche ganz besonders!

Seit vielen Wochen verändert die weltweite Covid-19 Pandemie in einem bislang ungekannten Ausmaß das öffentliche Leben und die privaten Lebensstile und Lebenspraxen. Es versteht sich von selbst, dass eine derartige Pandemie und ihre Folgen an der Sozialen Arbeit nicht spurlos vorbeigehen können.

Zwischenruf der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie forderten und fordern jede*n Einzelne*n zum Verzicht. Die Kontaktbeschränkungen seit März 2020 führten und führen zu massiven Einschnitten ins soziale, aber auch wirtschaftliche Leben. Nachdem zunächst der Schwerpunkt politischen Handelns auf dem notwendigen Infektionsschutz lag, finden in der aktuellen Phase der Öffnung auch wieder stärker andere Belange Berücksichtigung. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ fordert ihrem Zwischenruf „Jugend stärken – auch und gerade unter Corona-Bedingungen unerlässlich!“ Politik und Gesellschaft auf, die Interessen und Bedarfe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen umfänglich ernst zu nehmen und diese keinesfalls als überzogene Befindlichkeiten abzutun bzw. auf Teilhabebedingungen am formalen Bildungssystem zu beschränken. In der Gestaltung der sie berührenden Angelegenheiten sind junge Menschen einzubeziehen. Diese Krise zeigt einmal mehr, dass Jugendpolitik alle Ressorts berührt und Beteiligung unerlässlich bleibt.

Dokumentation des Transferdialogs „Auswirkungen von Corona auf die Kinder- und Jugendhilfe und ihre Adressat*innen“

Die AGJ veranstaltete am 29. Juli 2020 in Kooperation mit der WWU Münster die Online-Konferenz „Transferdialog: Auswirkungen von Corona auf die Kinder- und Jugendhilfe und ihre Adressat*innen". Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie die Dokumentation dieser Veranstaltung. Abrufbar sind dort zum einen der Bericht zur Veranstaltung und Zusammenfassungen zu den sechs Workshops. Zum anderen erhalten Sie ausführliche Materialien zu den aktuellen Forschungsergebnissen rund um die Corona-Pandemie, die im Rahmen des Transferdialogs vorgestellt wurden. Diese sind die Präsentationen der Wissenschaftler*innen, die filmischen Mitschnitte der Vorträge, die Links zu den Studien, die Padlets mit Fragen und Kommentaren der Teilnehmenden zu den einzelnen Veranstaltungselementen sowie weitere Zusatzinformationen.

Der 17. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag 2021 findet statt!

Der AGJ-Vorstand hat in seiner Juli-Sitzung beschlossen, den 17. DJHT als Präsenzveranstaltung, erweitert um digitale Elemente durchzuführen. Die Austragung des 17. DJHT und der damit verbundene Austausch der Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe und deren Schnittstellenbereiche, ist in diesen turbulenten Zeiten wichtiger denn je. Die Einbindung von digitalen Formaten im Fachkongress und die Konzipierung einer digitalen Fachmesse, stellt eine innovative Weiterentwicklung des Deutschen Kinder- und Jugendhilfetages dar. In seiner zukunftsweisenden Gestalt als hybride Veranstaltung, bietet der 17. DJHT vom 18. bis 20. Mai 2021, zwei Ebenen für Begegnung und Austausch: zum einen vor Ort in der Messe Essen und zum anderen im digitalen Raum. Nach dieser Grundsatzentscheidung des AGJ-Vorstands werden nun die Umsetzungsschritte konkretisiert und angepasst. Wir als AGJ freuen uns sehr, Europas größter Jugendhilfegipfel erneut gemeinsam mit den Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe ausrichten zu können!

AGJ positioniert zur Weiterentwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik

Die Eigenständige Jugendpolitik wurde entwickelt, um Politik und Gesellschaft eine Orientierung bei der Gestaltung der Lebensphase Jugend zu bieten – und zwar anhand der Interessen und Bedürfnisse der Jugend selbst. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ äußert sich in ihrem Positionspapier „Jugend braucht mehr! Eigenständige Jugendpolitik voranbringen und weiterdenken“ zu aktuellen jugendpolitischen Entwicklungen. Sie bekräftigt die Notwendigkeit einer Eigenständigen Jugendpolitik und plädiert für die Weiterentwicklung und Umsetzung einer kohärenten Politik, die gute Rahmenbedingungen für die Lebensphase Jugend schafft. Eingefordert wird eine jugendgerechte Politik auf allen staatlichen Ebenen.

Partizipative Forschung – ein Forschungskonzept für die Kinder- und Jugendhilfe?

In diesem Papier setzt sich die AGJ mit dem Ansatz der partizipativen Forschung auseinander und diskutiert, warum partizipative Forschungsprojekte in der Kinder- und Jugendhilfe an Popularität und Relevanz gewinnen sollten. Die AGJ möchte hiermit Akteur*innen in Praxis, Wissenschaft und Forschungsförderung ermutigen, sich vermehrt auf partizipative Forschungsprozesse einzulassen sowie hinreichende Bedingungen für deren Umsetzung zu schaffen. Die Praxis sollte entsprechende Beteiligungsmechanismen aktiv einfordern.

Bericht zur Online-Veranstaltung: „Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Was ist drin für die Kinderrechte?“

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat am 01. Juli 2020 begonnen und damit sechs spannende Monate, in denen Deutschland maßgebliche Entwicklungen auf der europäischen Ebene anstoßen und eigene Impulse einbringen kann. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ und die National Coalition Deutschland haben dies zum Anlass genommen, ihre Mitglieder zur ersten gemeinsamen Online-Veranstaltung „Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Was ist drin für die Kinderrechte?“ eingeladen. Am 23. Juni 2020 hatten ca. 90 Teilnehmer*innen die Gelegenheit, sich mit dem Programm der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, den geplanten Vorhaben in Bezug auf Kinderrechte und der EU child guarantee auseinanderzusetzen.

Kinder- und Jugendhilfe in Zeiten von Corona –  Neue Informationsangebote auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe 

Unter www.jugendhilfeportal.de/coronavirus steht ab sofort eine nach Themenbereichen strukturierte umfassende Sonderseite zur Verfügung – mit tagesaktuellen Nachrichten, eigenen Fachbeiträgen, den neuesten Forschungsergebnissen und nützlichen Tipps für den Corona-Alltag. Das etablierte Online-Portal reagiert damit auf den hohen Informationsbedarf und engagiert sich für eine bestmögliche Unterstützung bei der Entwicklung von neuen Maßnahmen und Konzepten. 

Aktuelle Neuerscheinung

Sozialgesetzbuch VIII auf dem Stand des Gesetzes zur Regelung des Sozialen Entschädigungsrechts

mit neuesten Änderungen im SGB-VIII-Datenschutzrecht

Projekte