Materialien und Beiträge zur Transferkonferenz "Praxis trifft Forschung, Forschung trifft Praxis"

Am 1. und 2. Februar 2018 fand die Transferkonferenz „Praxis trifft Forschung, Forschung trifft Praxis – Was wir voneinander wissen (wollen)“ in Berlin statt. Es handelte sich um eine Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ, in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut in München (DJI).

Die Transferkonferenz verfolgte das Ziel, die Kommunikation zwischen Praxis und Forschung, zwei Teilbereichen der Kinder- und Jugendhilfe, zu befördern und sollte Gelegenheit dazu geben, aktuelle Fragestellungen der Kinder- und Jugendhilfe sowohl aus Forschungs- als auch aus Praxisperspektive kritisch zu diskutieren.

Es war eine spannende Konferenz die in Form von Impulsreferaten, Vorträgen, Workshops und einem World Café den 135 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vielfältige Einblicke sowohl in die Forschung als auch in die Praxis gewährte (ausführliches Programm). In den vier Workshops zu den Themen: Kindertagesbetreuung, Kinder- und Jugendarbeit, Kinderschutz und Frühe Hilfen und Hilfen zur Erziehung wurden konkrete Forschungsfragen und aktuelle Forschungsprojekte der Kinder- und Jugendhilfe so in den Blick genommen, dass hierüber der Transfer von Forschung und Praxis bzw. von Praxis und Forschung exemplarisch konkretisiert wurde. Sowohl im Plenum, verstärkt allerdings während der Workshops und des World Cafés war eine aktive Beteiligung der Teilnehmenden möglich. In Gesprächsrunden und Diskussionen zwischen Akteuren aus der Forschung und der Praxis näherte man sich der schwierigen Fragestellung wie ein gewinnbringender Forschungs-Praxis-Transfer gelingen könne.

Nach zwei erfolgreichen Konferenztagen lässt sich resümieren, dass die Transferkonferenz ihrem Ziel gerecht geworden ist: mithilfe des aktiven Austauschs untereinander, eine Annäherung von Forschung und Praxis herbeizuführen – hiermit ist ein erster wichtiger Schritt auf dem langen Weg zu einem zielführenden Forschungs-Praxis-Transfer getan. Darüber hinaus wurden aber auch die Schwierigkeiten und Kontroversen bei der Behandlung des Themas deutlich – viele Aspekte sind bislang ungeklärt, auf bestehende Fragen gibt es keine eindeutigen oder gar keine Antworten, neue Fragen werden formuliert. Derzeit ist noch offen, wie ein erfolgreicher Forschungs-Praxis-Transfer in der Praxis umgesetzt werden kann, daher ist es erforderlich auch zukünftig weiter im Gespräch zu bleiben.

Nachfolgend finden Sie einige inhaltliche Inputs zum Nachlesen, wobei der Fokus hier auf der Präsentation der Diskussionen bei den verschiedenen World Café-Themen liegt. Wir verweisen darauf, dass wir keine vollständige Materialsammlung zur Veranstaltung eingestellt haben. Darüber hinaus werden die inhaltlichen Themen der Transferkonferenz ein Schwerpunkt in der kommenden Ausgabe der Fachzeitschrift FORUM Jugendhilfe (Heft 1/2018) einnehmen. Hier werden u. a. Fachbeiträge zu den Perspektiven aus den verschiedenen Handlungsfeldern sowie grundlegende Artikel zum Thema veröffentlicht.

>> Impulsreferate
„Ich würde Forschung nutzen, wenn ... " – Welches Wissen braucht die Praxis?
Referentin: Sabine Urban, Deutsches Rotes Kreuz

„Ich schaffe Wissen, weil … " – Welches Wissen schafft Wissenschaft für Praxis?
Referentin: Dr. Kristin Teuber, Sozialpädagogisches Institut

„Ich initiiere Forschung, weil …“ – Wer initiiert Forschung mit welchem Interesse?
Referent: Jürgen Schattmann, Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

>> Vorstellung von Beispielen partizipativer Forschung
Beteiligung von Adressatinnen und Adressaten
Referent: Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Universität Hildesheim

>> Abschlussvortrag der Konferenz
Wenn Forschung und Praxis gemeinsam ihr Verhältnis klären – Impressionen einer teilnehmenden Beobachtung
Referent: Prof. Dr. Reinhard Liebig, Hochschule Düsseldorf


>> World Café:
Wie kommt Praxis in Wissenschaft und Wissenschaft in Praxis?

In 90 Minuten zwei Themen: die Teilnehmenden bekamen die Möglichkeit sich schwerpunktmäßig über zwei Themen zu informieren, aktiv zu fragen, zu sprechen, zu diskutieren. Lesen Sie hier, welche Inhalte an den Thementischen diskutiert wurden.

Tisch 1
Wie kommen gemeinsam Forschungsfragen zustande?

Input und Moderation: Wolfgang Trede, Jugendamt Böblingen
Protokoll: Eva-Lotta Bueren (AGJ-Referentin)

Tisch 2
Wie kann man forschen lernen?

Input und Moderation: Prof. Dr. Christian Schrapper, Universität Koblenz
Protokoll: Katja Sieg (AGJ-Referentin)

Tisch 3
Was heißt kompetent forschen?

Input und Moderation: Benjamin Landes, Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik
Protokoll: Nadine Heßdörfer (Referentin Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe)

Tisch 4
Wo und wie findet Praxis Forschungsergebnisse?

Input und Moderation: Birgit Zeller, Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter
Protokoll: Angela Smessaert (AGJ-Referentin)

Tisch 5
Wie kann der Transfer von Forschung in Praxis gelingen?

Input und Moderation: Prof. Dr. Andreas Thimmel, Technische Hochschule Köln
Protokoll: Sabine Kummetat (AGJ-Referentin)

Tisch 6
Welche (fach)politische Relevanz hat Forschung?

Input und Moderation: Heinz Müller, Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz
Protokoll: Iva Wagner (AGJ-Referentin)
 

Aktuelle Neuerscheinung

Cover FORUM JUGENDHILFE 3/2017

FORUM JUGENDHILFE 1/2018

Im Fokus - Forschungs-Praxis-Transfer; weitere Themen: Zur Weiterführung der Debatte um ein inkl. SGB VIII; innerfamiliäre Tötungsdelikte