Partizipative Forschung – ein Forschungskonzept für die Kinder- und Jugendhilfe?

Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ1

Positionspapier als PDF

In diesem Papier setzt sich die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ mit dem Ansatz der partizipativen Forschung auseinander und diskutiert, warum partizipative Forschungsprojekte in der Kinder- und Jugendhilfe an Popularität und Relevanz gewinnen sollten. Trotz des Beteiligungsparadigmas und vielfältiger Partizipationsansätze in der Kinder- und Jugendhilfe sind Forschungsprojekte mit einem dezidiert partizipativen Ansatz hier bislang nur vereinzelt erkennbar. Partizipative Forschung benötigt nach Ansicht der AGJ u. a. flexiblere Förderkonditionen, um die erforderliche Offenheit partizipativer Projekte zu unterstützen, sichere soziale Räume, in denen Forscher*innen und Co-Forscher*innen einen Austauschprozess auf Augenhöhe gestalten können, sowie ein verändertes wissenschaftliches Rollenverständnis im Sinne eines gleichwertigen Zusammenwirkens verschiedener Perspektiven. Die AGJ betont hierbei, dass partizipative Forschungsansätze eine anzustrebende Erweiterung des Forschungsspektrums darstellen, jedoch klassische Forschungsverfahren nicht ablösen sollen. So weist die AGJ ebenfalls auf Grenzen partizipativer Forschung hin und benennt Herausforderungen für den Forschungsprozess, wie etwa ein erhöhter Zeitaufwand sowie wissenschaftliche und ethische Implikationen. Im Ergebnis möchte die AGJ mit diesem Positionspapier Akteur*innen in Praxis, Wissenschaft und Forschungsförderung ermutigen, sich vermehrt auf partizipative Forschungsprozesse einzulassen sowie hinreichende Bedingungen für deren Umsetzung zu schaffen. Die Praxis sollte entsprechende Beteiligungsmechanismen aktiv einfordern.

1. Einleitung

Die Soziale Arbeit versteht sich als forschende Disziplin mit eigener empirischer Tradition. Auch in der Kinder- und Jugendhilfe fand eine Entwicklung hin zu einer Forschungsorientierung statt. Der Ansatz der partizipativen Forschung findet sich zunehmend in verschiedenen Forschungsfeldern wieder, etwa in der Gesundheitsforschung oder der Forschung zur Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung. Unter partizipativer Forschung wird der Versuch verstanden, „einen Erkenntnisprozess zu initiieren und zu gestalten, an dem im Prinzip alle Personen und Gruppen als aktiv Entscheidende beteiligt werden, die von dem jeweiligen Thema und der Fragestellung betroffen sind“.2

Die Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland zeigt sich bislang relativ zurückhaltend in der Hinwendung zu partizipativen Forschungsprojekten. Ausnahmen hiervon bilden unter anderem die bereits abgeschlossenen Projekte „Demokratiebildung in Kindertageseinrichtungen (DeiKi)“3 sowie eine Teilstudie des Projektes „Unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Brandenburg“4, die zeigen, wie der Forschungsprozess an sich sowie die Forschungsergebnisse durch die Mitwirkung der Beforschten an Perspektiven und Authentizität hinzugewinnen. Ebenso sind hier die Ergebnisse des partizipativen Forschungsprojektes „Kinder- und Jugendhilfe in muslimischer Trägerschaft“ zu nennen, die von der AGJ veröffentlicht wurden.5 Das aktuell durchgeführte Projekt „SchutzNorm“6 nimmt mit dem Fokus auf die Kinder- und Jugendarbeit ein weiteres Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe in den Fokus. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ möchte mit diesem Beitrag den partizipativen Forschungsansatz beleuchten und dessen Anwendung in der Kinder- und Jugendhilfeforschung diskutieren. Zugleich ist sich die AGJ bewusst, dass Partizipation an der Forschung auch in der Kinder- und Jugendhilfe kein Novum darstellt. Auch frühere Forschungsprojekte bezogen die Perspektiven von Kindern oder Jugendlichen mit ein, wie z. B. eine Erhebung von Fauser/Fischer/Münchmeier zur evangelischen Kinder- und Jugendarbeit zeigt.7 Vergleichsweise neu ist allerdings der Ansatz, mithilfe partizipativer Forschung im Forschungssystem selbst Veränderungen herbeiführen zu wollen, auf dem Weg hin zu einer Demokratisierung der Wissenschaft.

In der Kinder- und Jugendhilfe sind vielfältige partizipative Forschungsprojekte denkbar, an denen die verschiedenen in der Kinder- und Jugendhilfe involvierten Akteur*innen und Personengruppen beteiligt werden können. Aus Sicht der AGJ kann die aktive Mitwirkung folgender Personengruppen die Kinder- und Jugendhilfeforschung sinnvoll erweitern:

  • die Adressat*innen der Kinder- und Jugendhilfe – Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien in ihren verschiedenen Kontexten und Lebenswelten,
  • die Fachkräfte sowie die ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendhilfe Tätigen,
  • die Vertreter*innen von öffentlichen und freien Trägern,
  • die Kooperationspartner*innen gesellschaftlich angrenzender Bereiche sowie
  • die Aufsichtsbehörden.

Im Kontext partizipativer Forschung dürfen ebenso veränderte Rahmenbedingungen in der Zusammenarbeit mit Geldgeber*innen und Förderstrukturen nicht vernachlässigt werden. Die AGJ arbeitet im Folgenden die Spezifität partizipativer Forschung heraus und widmet sich den Fragen, ob die partizipative Forschung in der Kinder- und Jugendhilfe Anwendung finden kann und sollte sowie welche Bedingungen dafür erforderlich sind.

2. Was ist partizipative Forschung?

Als partizipative Forschung wird ein kooperativer Forschungsansatz bezeichnet, bei dem sich Forscher*innen aus dem wissenschaftlichen Kontext gemeinsam mit den Beforschten8 als Co-Forscher*innen mit einer wissenschaftlichen Fragestellung auseinandersetzen, von der diese selbst betroffen sind. Die Co-Forscher*innen wirken hierbei am Forschungsprozess mit, bringen ihr spezifisches Erfahrungswissen aus ihrer Lebenswelt ein und erweitern so die Forschungsperspektive. Dies bedeutet, dass weiterhin über sie, aber mit ihnen geforscht wird und somit ihre subjektive Sicht und ihre Erfahrungen, ihre Lebenswelt und ihre Handlungspraxis besondere Beachtung in der Gestaltung des Forschungsprozesses finden. Sie werden von einem passiven Forschungsobjekt zu einem handlungsfähigen Akteur mit Subjektstatus. Das grundlegende Prinzip partizipativer Forschung lautet daher: „Nicht Forschung über Menschen und auch nicht für Menschen, sondern Forschung mit Menschen – dies ist der Anspruch und die grundlegende erkenntnistheoretische Position von partizipativer Forschung“.9

In der partizipativen Forschung findet ebenso eine Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen empirischer Forschung sowie mit forschungsethischen Standards statt. Fragen nach der Rolle und dem Verhältnis von Forschenden und Beforschten sowie nach dem Spannungsverhältnis von deren Objektivität und Subjektivität werden gestellt und Antworten im wissenschaftlichen Diskurs gesucht. Die Befassung mit den möglichen Risiken regt zur Sensibilisierung und einem gemeinsamen Diskurs an. Mit diesem Perspektivwechsel trägt die partizipative Forschung wesentlich zur Weiterentwicklung der empirischen Forschung bei, auch über den partizipativen Ansatz hinaus.

Partizipative Forschung geht zurück auf die Traditionen der Aktionsforschung und der Praxisforschung, ist allerdings nicht mit diesen gleichzusetzen. Während die Aktionsforschung den Fokus auf gesellschaftliche Transformation durch Empowerment10 der Co-Forscher*innen legt und die Praxisforschung11 vornehmlich an dem Verhältnis von Theorie und Praxis interessiert ist, geht es der partizipativen Forschung um den Einbezug der Beforschten zur Erweiterung und Validierung von (sozial-)wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ebenso zentral ist auch das Anliegen partizipativer Forschung, die Co-Forschenden durch ihre Beteiligung am Forschungsprozess zu ermächtigen, ihre Stimme und Rolle in der Öffentlichkeit zu stärken sowie Machtasymmetrien aufzudecken.12 Der wesentliche Unterschied partizipativer Forschung zur Aktions- und Praxisforschung besteht demnach in dem Anspruch, Veränderungen im Forschungssystem selbst herbeizuführen sowie eine Klärung der Positionen und Rechte der Beforschten anzustoßen.13

Partizipative Forschung ist als Forschungsstil zu verstehen und nicht auf eine Methode reduzierbar.14 Das interdisziplinäre Forscher*innenteam sowie die unterschiedlichen Kulturen und Problemstellungen machen eine offene Herangehensweise an die jeweilige Fragestellung unabdingbar und benötigen, wie traditionelle Forschung auch, methodische Vielfalt. Alle Verfahren sowohl der qualitativen als auch der quantitativen Datenerhebung und Datenauswertung sind Teil des Methodenkanons partizipativer Strategien. Auch thematisch ist der partizipative Forschungsstil nicht auf praxisnahe Themen beschränkt. Es ist ebenso möglich und im Sinne wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns wünschenswert, partizipative Grundlagenforschung zu betreiben und bereits vorhandenes Wissen zu erweitern, aber auch herauszufordern.

In der traditionellen Forschung werden alle Forschungsphasen – von der Entwicklung der Forschungsfrage(n) und des Forschungsdesigns über die Datenerhebung, die Datenauswertung bis hin zur Verbreitung der Ergebnisse – von den wissenschaftlichen Forscher*innen durchgeführt. Folgt das wissenschaftliche Projekt hingegen einer partizipativen Strategie, werden Erkenntnisinteresse und Forschungsfrage(n) sowie die weiteren Phasen des Forschungsprojektes aus der Konvergenz zweier Perspektiven heraus entwickelt, der Forscher*innen-Perspektive und der Betroffenen-Perspektive.15 In einem offenen Prozess und unter kontinuierlichem Perspektivenwechsel werden die Forschungsfrage(n) ausgehandelt, eine für alle Beteiligten nachvollziehbare Methodik gewählt, die Erhebung durchgeführt und die Ergebnisse ausgewertet. Hierbei ist nicht zwingend eine Mitwirkung aller Beteiligten an allen Phasen notwendig, ein gemeinsamer Aushandlungsprozess muss jedoch vorausgegangen sein. Während grundsätzlich alle Beteiligten über dieselben Mitsprachemöglichkeiten und Entscheidungsberechtigungen verfügen, sind die wissenschaftlichen Forscher*innen aufgrund ihrer Expertise für die Entwicklung eines stringenten wissenschaftlichen Konzeptes zuständig und verantwortlich.16

Davon ausgehend und in Anlehnung an Eßer et al.17 spricht die AGJ im Folgenden von partizipativer Forschung, wenn:

  • ein Forschungsprozess sowohl von Personen grundlegend gestaltet wird, die dem organisierten Wissenschaftssystem angehören als auch von Personen, die diesem nicht angehören.
  • die Beteiligten sich über ihre Positionen und Interessen in Bezug auf den Forschungsprozess austauschen und ihre jeweiligen Anliegen gleichberechtigt zur Disposition stellen.
  • transparent und machtsensibel geklärt wird, welche Rollen und Rechte die Forschungsbeteiligten in Bezug auf den Prozess und die Ergebnisse haben.

3. Warum müsste partizipative Forschung für die Kinder- und Jugendhilfe attraktiv sein?

Soziale Arbeit verfolgt wie kaum eine andere Disziplin den Anspruch der Beteiligung ihrer Adressat*innen, egal ob in individuellen Hilfeplanverfahren oder aber bei der strukturellen Gestaltung von gemeinsamen Lebensräumen, z. B. im Stadtteil. Dies gilt ebenso für die Kinder- und Jugendhilfe. Vor diesem Hintergrund gibt es mehrere Argumente, die für die Attraktivität partizipativer Forschung auch in diesem Bereich sprechen.

Beteiligungsparadigma der Kinder- und Jugendhilfe

Im Selbstverständnis der Kinder- und Jugendhilfe nimmt das Paradigma Beteiligung eine zentrale Rolle ein. Sowohl rechtlich als auch fachlich verpflichtet sich die Kinder- und Jugendhilfe, nicht über die Köpfe anderer hinweg zu entscheiden, sondern diese in die Entscheidungen einzubeziehen. Im Verhältnis von Fachkräften und Adressat*innen sieht der gesetzliche Rahmen gar eine Präferenz der Entscheidungen vor, die die Adressat*innen bevorzugen, sofern nicht gewichtige fachliche Gründe dagegensprechen (Wunsch- und Wahlrecht; Regelungen zur Hilfeplanung). Die Einschätzung von Fachkräften, dass eine alternative Entscheidung die vielleicht adäquatere Hilfe wäre, gilt dabei nicht als gewichtiger Grund, so lange die von den Adressat*innen präferierte Hilfe eine fachlich geeignete ist. Begründen lässt sich diese im Kern starke Orientierung an Beteiligung erstens mit der Anerkennung der Rechte der Adressat*innen, zweitens dem Ziel, durch die Kinder- und Jugendhilfe zu einer eigenständigen Lebensführung beizutragen, drittens dem grundgesetzlich garantierten Erziehungsrecht der Eltern und viertens den fachlichen Erfahrungen, dass eine Hilfe dann besondere Chancen auf Erfolg hat, wenn die Adressat*innen eine positive Veränderungshoffnung mit der Hilfe verbinden, wenn sie also daran glauben, dass sich durch die vereinbarten Schritte ihre Situation verbessert.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum in der Kinder- und Jugendhilfe bisher explizit partizipative Forschungsansätze so wenig verbreitet sind. Ein Blick über die Grenzen der Kinder- und Jugendhilfe zeigt, dass dies nicht so sein müsste. Denn obwohl das Gesundheitssystem in seinen Strukturen gemeinhin als weniger beteiligungsorientiert gilt, gibt es dort seit Jahren eine Diskussion über Nutzen und Methoden partizipativer Forschung.18 Auch in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung wird unter dem Titel „Teilhabeforschung“ ein partizipativer Forschungsansatz diskutiert.19 Es ist wohl an der Zeit zu prüfen, welche Potentiale und Chancen in einer Hinwendung zu partizipativen Forschungsansätzen für die Kinder- und Jugendhilfe liegen könnten.

Empowerment

Adressat*innen der Kinder- und Jugendhilfe Einfluss auf die verschiedenen Stufen im Forschungsprozess zu verschaffen, kann dazu beitragen, ihnen auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten sowohl in konzeptionellen Fragen als auch in Bezug auf deren Realisierung in der Praxis der unterschiedlichen Handlungsfelder vor Ort zu geben. Partizipative Forschung eröffnet ihnen die Möglichkeit ihre eigene Perspektive sowie ihre Erfahrungen in den Forschungsprozess stärker einzubringen, sowohl was die explizite(n) Forschungsfrage(n), das methodische Setting, die Auswertung als auch Interpretation und Verbreitung der Ergebnisse betrifft. Dies wäre eine Strategie, sie zu ermächtigen, ihre eigenen Interessen zu formulieren und, vor dem Hintergrund ihrer Bedürfnisse und Perspektive auf die Kinder- und Jugendhilfe, deren Weiterentwicklung zu beeinflussen. Sie wären in der Rolle als an Forschung Beteiligte und damit auch für die Forschung Mitverantwortliche aufgefordert, sich aktiv einzubringen. Sie könnten dabei auch erleben, dass sie Einfluss auf die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe haben. Partizipative Forschung könnte auf diesem Wege auch zu einem Empowerment der Adressat*innen beitragen. Dies wird allerdings nur gelingen, wenn bestimmte Bedingungen gegeben sind (siehe Kapitel 4).

Differenzierte Forschungsergebnisse

Auch die Forschung selbst würde von einer Ausweitung partizipativer Ansätze profitieren, weil hierdurch bestehende Deutungsmuster der wissenschaftlich Forschenden irritiert und aufgebrochen werden könnten. Für das Feld psychiatrischer Forschung zeigen Russo und Wallcraft20, dass wesentliche Fragen nicht gestellt werden und Kriterien für die Angemessenheit und die Güte von Therapieverfahren aus Sicht der Adressat*innen nicht passend erscheinen. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass dies in der auf die Kinder- und Jugendhilfe bezogenen Forschung nicht ebenso wäre. Im Gegenteil, es spricht Vieles dafür, dass Untersuchungen zu Fragestellungen, wie die Nicht-Erreichbarkeit von Zielgruppen oder die intergenerationale Weitergabe von als problematisch eingestuften Verhaltensweisen durch eine Beteiligung von Adressat*innen, die aus einer völlig anderen Perspektive auf diese Themen schauen, zu interessanten und erhellenden Forschungsergebnissen führen könnten. Denn in der gemeinsamen Generierung von entsprechenden Forschungsfragen und Forschungsdesigns besteht die Chance, blinde Flecke zu verkleinern.

Der Forschungsprozess tritt damit aus der primär linearen Beziehung zwischen Forschenden und Beforschten heraus und führt zu einem kollektiven, mehrperspektivischen Blick auf die zu bearbeitende(n) Forschungsfrage(n). Der Erkenntnisgewinn wird aufgrund des Zusammenspiels der unterschiedlichen Perspektiven aller am Forschungsprozess Beteiligten vergrößert, unter der Voraussetzung, dass methodische Standards und Sorgfalt eingehalten werden. Den Forscher*innen wird mittels ihres partizipativen Vorgehens ein tiefergehendes Eintauchen in die Lebenswelt der Forschungspartner*innen und damit zugleich eine breitere Sicht auf die Forschungsthematik ermöglicht.

Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe

Für die Kinder- und Jugendhilfe bedeutet die Anwendung partizipativer Forschungsstrategien, dass Impulse zur Weiterentwicklung aus dem System selbst entstammen. Die Innensicht trägt dazu bei, dass bestehende Verfahren anwendungsorientiert verbessert und Leistungen zielgenauer konzipiert werden können. Die Kinder- und Jugendhilfe erhält somit wichtige Hinweise und Orientierungen, die sie als Anregung aufnehmen sollte, um ihre Angebote passgenauer zu gestalten. Die AGJ hat bereits in vorigen Stellungnahmen bemängelt, dass noch immer vielfältige Forschungslücken im Hinblick auf die Kinder- und Jugendhilfe bestehen.21 Mithilfe partizipativer Forschung könnten diese aus der Perspektive von Trägern, Fachkräften und Adressat*innen der Kinder- und Jugendhilfe konkretisiert und eine Priorisierung ihrer Bearbeitung vorgenommen werden.

Durch die an den Lebenswelten der Co-Forschenden ausgerichtete Forschung wird der Transfer der Wissenschaft in die Praxis erleichtert. Dies liegt zum einen an dem Transferprozess, der sich bereits während des Forschungsprozesses ergibt. Die Co-Forscher*innen können durch ihre enge Teilhabe am Prozess erste Ergebnisse aufnehmen und diese in ihre eigenen Referenzkreise streuen. Der Einbezug wissenschaftsfremder Personen sorgt dafür, dass die Prozess- und Ergebnisdokumentation für sie verständlich formuliert werden müssen, wodurch bereits ein Hindernis des Transfers von Wissenschaft zu Praxis – nämlich die jeweils unterschiedliche Sprache – abgebaut werden würde. Zum anderen verspricht partizipative Forschung eine thematische Nähe zu den Bedarfslagen der Praxis, sodass die gewonnenen Erkenntnisse von größerer unmittelbarer Relevanz für die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe sein könnten.

Der aus partizipativer Forschung resultierende Erkenntnisgewinn basiert folglich auf den vielschichtigen und differenzierten Sichtweisen der am Forschungsprozess Beteiligten und wird umso ertragreicher sein, je größer sich die Vielfalt der einbezogenen Akteur*innengruppen gestaltet. Eine zunehmende Komplexität der Erkenntnisse geht damit fraglos einher, aber auch deren größere Authentizität. Für die Wissenschaft bedeutet dies ein Mehr an Wissen, für die Geldgeber eröffnen diese Forschungsergebnisse die Möglichkeit einer gezielteren Mittelvergabe und für die Träger der Kinder- und Jugendhilfe besteht die Chance zu einem vertieften Verständnis von Lebenssituationen und den darauf bezugnehmenden Praxen alltäglicher Lebensführung sowie zur Entwicklung passgenauer(er) Angebote. Zusätzlich kann eine größere Empathie für die Lebenssituation aufgrund ähnlicher Erfahrungen hervorgerufen sowie eine größere Chance zu vertieften Einblicken in die Forschungsfrage(n) erreicht werden.22 Für die beteiligten Individuen und Gruppen „bedeutet partizipative Forschung auch eine persönliche Entwicklungschance. Sie können die Anerkennung von vorhandenen Kompetenzen erfahren und sich in diesem Rahmen weitere Kompetenzen aneignen, die es ihnen erlauben, in der Zukunft besser zu reflektieren, zu argumentieren, sich offen zu äußern und mit ihren Ängsten umzugehen zu können“.23 Dieses der Intention partizipativer Forschung inhärente individuelle wie kollektive Empowerment trifft auch uneingeschränkt auf die Adressat*innengruppe der Kinder- und Jugendhilfe zu. Im Ergebnis führt die gemeinsame Suche nach Weiterentwicklung in der Praxis sowie im gesellschaftlichen Leben zur Verbesserung des dafür notwendigen Transfers zwischen Wissenschaft und Praxis und mündet schließlich in der Demokratisierung von Wissenschaft.

4. Auf welche Herausforderungen und Grenzen trifft partizipative Forschung?

Partizipative Forschung birgt neben dem oben beschriebenen Mehrwert in Bezug auf den möglichen Erkenntnisgewinn, zugleich vielfältige Herausforderungen, mitunter auch Grenzen, in sich.

Erhöhter Zeitaufwand im Forschungsprozess

Insbesondere die prinzipielle Offenheit gegenüber dem Verlauf des Forschungsprozesses, ohne vorher eindeutig festgelegte Verfahren mit entsprechenden Zeitabläufen und definierten Meilensteinen, stellt eine der zentralen Herausforderungen partizipativer Forschung dar. Die Forschungsarbeiten erstrecken sich damit in aller Regel über einen längeren Zeitraum, schnelle Ergebnisse sind nicht zu erwarten. Dies könnte die heute schon häufig geäußerte Kritik, dass die aus der Forschung gewonnenen Erkenntnisse bei deren Veröffentlichung bereits wieder veraltet seien, nochmals beflügeln. Dem steht jedoch prinzipiell ein Mehr an Erkenntnisgewinn gegenüber. Für die Geldgeber in der Forschungsförderung widerspricht eine derart offene Forschungspraxis zudem diametral den gängigen Forschungs- und Finanzierungsgegebenheiten und auch für die Träger in der Kinder- und Jugendhilfe stellt dies ein (noch) eher ungewohntes Vorgehen dar.

Gemeinsame Forschungspraxis

In Bezug auf die expliziten Forschungspartner*innen besteht die große Herausforderung der Transformation von Alltagsroutinen in forschendes Handeln. Hierzu gehören u. a. die Entwicklung einer gewissen Abstraktionsfähigkeit, um das eigene Tun und Erleben in einen allgemeinen, gesellschaftlichen Handlungsrahmen einordnen zu können, die Befähigung zum sicheren Umgang mit den zum Einsatz kommenden Erhebungsverfahren sowie die situations- und personengerechte Auswahl der Erhebungsinstrumente. Allein auf Sprache ausgerichtete Forschungsverfahren stoßen hier sicherlich schnell an ihre Grenzen. Diese Aspekte sind auch im weiteren Verlauf des Forschungsprozesses, der Auswertung und Interpretation der erhaltenen Befunde, bis hin zur Präsentation der Forschungsergebnisse, entsprechend zu berücksichtigen. Angesichts der in aller Regel zeitlich aufwendigen und ebenso langwierigen Forschungsarbeit besteht eine weitere Herausforderung für die Forscher*innen in der Aufrechterhaltung der Motivation bei den Forschungspartner*innen bezüglich deren kontinuierlicher Mitarbeit am Forschungsprozess. Entscheidend ist hier, dass deren Interessen eine konsequente Berücksichtigung finden und die im gemeinsamen Forschen gewonnenen Erkenntnisse auch eine Umsetzung in der von ihnen konkret erlebten Praxis finden. Zudem ist die Einbeziehung positiver Gemeinschaftserlebnisse in die Forschungsarbeiten sicherlich hilfreich.

Wissenschaftliche und ethische Grenzen

Sozialer Arbeit als auch partizipativer Forschung ist das Beteiligungsparadigma zu eigen. Dies birgt die Gefahr in sich, die Grenze zwischen methodischem sozialarbeiterischen Handeln einerseits und wissenschaftlichem Forschen andererseits zu verwischen. Soll der wissenschaftliche Anspruch an Forschung aufrecht erhalten bleiben, so ist eine Grenzziehung zwischen den beiden Bereichen unabdingbar. Forscher*innen in der partizipativen Forschung handeln somit an keiner Stelle im Forschungsprozess als mit den Forschungspartner*innen agierende Sozialarbeiter*innen. Dies muss allen Beteiligten, auch gerade in durch die Forschung angestoßenen Empowermentprozessen benachteiligter Personengruppen, stets bewusst sein.

Indem die Forscher*innen sich weit hinein in ein ihnen in der Regel unbekanntes Feld begeben und sich ebenso auf einen in jeglicher Hinsicht offenen Forschungsprozess einlassen, müssen sie sich von Kolleg*innen mitunter auch die Frage gefallen lassen, ob dies denn überhaupt noch Forschung im klassischen wissenschaftlichen Sinne sei. Eine eindeutige Rollendefinition als Forscher*in jenseits der praktischen Sozialen Arbeit einerseits und der unmittelbaren Politik auf der anderen Seite scheint unabdingbar. Die Frage nach relevanten Gütekriterien drängt sich ebenso auf, wie diejenige nach den ethischen Implikationen von partizipativer Forschung, z. B. inwieweit sicher gestellt werden kann, dass die durch die persönliche Nähe zu den Forschungspartner*innen gewonnenen tiefen Einblicke in deren Lebenssituation als Forschungserkenntnisse nicht (etwa aus Kosteneinsparungsgründen) gegen diese verwendet werden und partizipative Forschung damit lediglich einen weiteren Schritt auf dem Weg zur „Kolonialisierung der Lebenswelt“24 der Koproduzent*innen im Forschungsprozess darstellt. Dies käme einem Missbrauch der Forschungspartner*innen gleich. Zudem besteht die Gefahr, dass Forschungsprojekte, die unter dem Deckmantel partizipativer Forschung betrieben werden, in Wirklichkeit lediglich eine Scheinpartizipation bewirken, indem den Koproduzent*innen nur eine eher begrenzte oder aber gar keine reale Mitbestimmung im Forschungsverlauf zugestanden wird. An dieser Stelle sind verbindliche Forschungsstandards zwingend geboten. Methodologisch wächst mit der weitgehenden Flexibilität im Forschungsprozess das Risiko, dass die wissenschaftlich erforderliche Ergebnisoffenheit nicht mehr eingehalten wird. Dies könnte dazu führen, dass nur solche Ergebnisse wahrgenommen und weiterverfolgt werden, die die Vorannahmen und Ideen der Forschenden bestätigen.

5. Was benötigt gute partizipative Forschung in der Kinder- und Jugendhilfe?

Partizipative Forschung als eine Forschungsperspektive, die die von der Forschungsthematik tangierten Personengruppen von Beginn an in den Forschungsprozess einbezieht, benötigt spezifische Rahmenbedingungen, die zumindest in Teilbereichen von denen tradierter Forschung deutlich abweichen.

Flexible Förderkonditionen

Partizipative Forschung lässt sich nicht in das enge Korsett einer generalisierten Methodologie mit einem vorgegebenen, einheitlichen methodischen Vorgehen zwängen, sondern zeichnet sich „in hohem Maße durch Kontextualität und Flexibilität“25 aus. Die konzeptionell begründete und nachhaltig betriebene Einbeziehung weiterer an der Forschungsthematik unmittelbar Beteiligter als Forschungspartner*innen und Koproduzent*innen in den Erkenntnisgewinnungsprozess, setzt eine prinzipielle Offenheit des Forschungsvorhabens voraus. Entsprechend offen müssen auch die Förderkonditionen gestaltet sein. In der Praxis bedeutet dies einen Verzicht auf starre Vorgaben im Antragsverfahren hinsichtlich einer fixen Zeitplanung mit entsprechenden Meilensteinen sowie in Bezug auf eine eindeutig festgelegte methodische Vorgehensweise. Den Forscher*innen wird damit gleichzeitig ein gewisses Maß an Vertrauensvorschuss eingeräumt. Sollen die potenziellen Forschungspartner*innen darüber hinaus mit ihrem spezifischen Erfahrungswissen bereits in der Antragsphase des Forschungsvorhabens aktiv miteinbezogen werden, so bedarf auch diese Vorlaufzeit einer verbindlichen finanziellen Absicherung, ähnlich wie dies heute bereits vielfach für die an die Forschung sich anschließende Transferphase zur Implementierung der Forschungsergebnisse in die Praxis gehandhabt wird. Dies schließt freilich die Konsequenz mit ein, dass nicht alle auf diese Weise in der Vorlaufphase finanzierten Vorhaben am Ende auch tatsächlich in realisierte Forschungsprojekte münden werden.

Partizipative Forschung, verstanden als ein Projekt, das sich im Laufe des gemeinsamen Forschungsprozesses entwickelt und konkretisiert, dabei möglicherweise ganze neue Wege (und auch Irrwege!) einschlägt, bedarf einer ausreichenden Zeitperspektive. Eine von Beginn an zeitlich (zu) eng bemessene Forschungsförderung setzt alle Beteiligten unter enormen Handlungsdruck, verkürzt die zielorientierten Interaktionen und Aushandlungsprozesse unter allen Beteiligten sowie die dem Forschungsverlauf immanenten (Selbst-)Reflexionsphasen und wirkt damit im Hinblick auf die angestrebte Erkenntnisgewinnung kontraproduktiv. Ebenso müssen in den Forschungsprozess Zeitfenster für das Vertrautmachen der Forschungspartner*innen mit den allgemeinen Vorgaben empirischer Forschung sowie deren Schulung bezüglich der konkret zum Einsatz kommenden methodischen Instrumente eingeplant werden. Hinsichtlich der materiellen Ausstattung partizipativer Forschungsprojekte ist zudem die Frage nach der angemessenen (finanziellen) Unterstützung der Mitforschenden zu klären (z. B. Fahrtkostenerstattung, Aufwandsentschädigung, Honorar). Gerade für die angestrebte Beteiligung insbesondere von Personengruppen, die über wenige oder gar keine materiellen Ressourcen verfügen, spielt dieser Aspekt eine zentrale Rolle.

Schaffung eines vertrauensvollen sozialen Raums

Die Gewinnung von Forschungspartner*innen in der partizipativen Forschung ist kein Selbstläufer, sondern setzt ein von Empathie getragenes, aktives Zugehen der Forscher*innen auf die potentiellen Koproduzent*innen der Erkenntnisgewinnung voraus. Ein damit einhergehender beiderseitiger Vertrauensaufbau, die Schaffung eines sicheren sozialen Raums, „in dem angstfreie Reflexion und Kommunikation für alle Beteiligten möglich sind“26, erfolgt nicht von heute auf morgen, sondern erfordert ebenfalls eine entsprechende Zeitperspektive. Die Aufrechterhaltung eines solchen Ortes der permanenten sozialen Selbstverständigung stellt eine kontinuierliche Aufgabe im gesamten Forschungsprozess dar und ist gleichsam unabdingbar für das Einbringen von individuellem, oftmals auch schmerzhaftem Erfahrungswissen, für den kontinuierlichen Dialog, für die gemeinsame Reflexion des Forschungskontextes sowie den jeweiligen Selbstdeutungen der beteiligten Akteur*innen und ebenso für die notwendige Analyse sowohl der inneren Machtverhältnisse unter den verschiedenen Forscher*innengruppen selbst als auch der von außen auf diese einwirkenden Machtinteressen, seien diese gesellschaftlicher, politischer oder auch wissenschaftlicher Provenienz. Darüber hinaus ist dies der Ort zum produktiven Austragen von Konflikten, die dem partizipativen Forschen immanent sind.

Orientierung an ethischen Forschungsprinzipien

Wie in der empirischen Forschung grundsätzlich, sind auch in partizipativen Forschungs-projekten normative Vorgaben sowie ethische Fragestellungen von erheblicher Bedeutung und strukturieren das Forschungsvorhaben in gewissem Maße vor. Bei partizipativen Verfahren geht es dabei insbesondere um das oftmals herausfordernde Zusammenspiel von scheinbar objektiv gegebenen Sachverhalten und deren subjektive Wahrnehmung durch die am Forschungsprozess Beteiligten, um den verantwortungsvollen Umgang mit den spezifischen Interessen aller Beteiligter, um die Vermeidung von Nebenwirkungen und unnötigen Risiken für die Co-Forscher*innen, um die unbedingte Freiwilligkeit der Teilnahme am Forschungsprozess, um ein entsprechend informiertes Einverständnis aller Forschungspartner*innen, um die Vertraulichkeit in der gemeinsamen Zusammenarbeit sowie schließlich um die Anonymisierung der Forschungsergebnisse.27

Wissenschaftliches Rollenverständnis

Neben der ständigen Bereitschaft zum Dialog, zur Reflexion sowie zur Selbstreflexion setzt partizipative Forschung darüber hinaus ein verändertes Rollenverständnis der Forscher*innen voraus. Statt alleinwissendes, meist isoliert agierendes, akademisch gebildetes Expertentum ist hier vielmehr ein den gemeinsamen Forschungsprozess moderierendes Agieren gefragt. Die Forscher*innen werden so zu Informationsgeber*innen, Mitstreiter*innen und unter Umständen zu Mentor*innen der Forschungspartner*innen. Dies führt letztlich auch zu einem veränderten Verständnis von wissenschaftlicher Forschung und deren seitherigen Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität. An deren Seite treten „Rechtfertigungs-argumente wie Nützlichkeit, Authentizität, Glaubwürdigkeit, Reflexivität und Nachhaltigkeit“.28 All dies sind Rahmenbedingungen, die im gängigen Wissenschaftsbetrieb auch heute noch eher eine Ausnahme darstellen. Dennoch, das mögliche Mehr an Erkenntnisgewinn durch partizipative Forschung macht diese auch für die Kinder- und Jugendhilfe zu einem bedeutsamen und lohnenswerten Forschungsansatz und eröffnet durch die aktive Einbeziehung der Adressat*innen zudem neue Perspektiven.

6. Wo kann partizipative Forschung in der Kinder- und Jugendhilfe angewendet werden?

In der Kinder- und Jugendhilfe gibt es aufgrund ihres Auftrags eine ganze Reihe von Forschungsfragen, die gut geeignet scheinen, von einem partizipativen Forschungsdesign profitieren zu können. Denn die Kinder- und Jugendhilfe greift vielfach in die konkrete Lebensführung von Menschen ein, möchte sie motivieren ihre bisherigen Alltagspraxen zu verändern sowie zu neuen Entwicklungen in Bezug auf persönliche und soziale Dimensionen anregen. Sie muss in ihrer Praxis rechtlichen, individuellen und gesellschaftlichen Anforderungen gerecht werden, die im Konkreten durchaus in einem widersprüchlichen oder zumindest von Spannungen geprägten Verhältnis zueinanderstehen. In solchen Konstellationen ist es vielfach bereits ein Fortschritt, wenn Anforderungen und Ansprüche systematisch erkannt werden. Partizipative Forschungspraktiken können solche Prozesse befördern. Im Folgenden einige Beispiele, bei denen die Hoffnung besteht, durch partizipative Strategien neue Erkenntnisse zu erlangen.

Kindertageseinrichtungen

Die Perspektive von Kindern bezüglich ihrer Anforderungen an eine gute Kindertagesbetreuung gewinnt in fachlichen Debatten zunehmend an Bedeutung. Eine Möglichkeit zur Erweiterung der Wissensbestände ist der frühzeitige Einbezug von Kindern in die Gestaltung von Forschungsprojekten und bei der Entwicklung von Forschungsfragen. So könnten Kinder Aufschluss darüber geben, welche pädagogischen Konzepte für ihr Wohlbefinden hilfreich sind, welche Anforderungen sie an die Kompetenzen der pädagogischen Fachkräfte haben und wie ein guter Tagesablauf für sie aussieht. Weitere Fragen zu den Rahmenbedingungen in der Kindertagesbetreuung und deren Auswirkungen auf die betreuten Kinder könnten sich ebenfalls als aufschlussreich erweisen.

(Ganztags-)Schule

Eng verbunden mit dem institutionellen Ausbau der Ganztagsschulen ist die Leitidee der Ganztagsbildung, unter der verschiedene Institutionalisierungsformen zu fassen sind, in denen formelle und nicht-formelle Bildung durch die organisatorische, inhaltliche und personelle Verschränkung zu einem integrierten Ganzen gestaltet werden. Mit Erscheinen des 15. Kinder- und Jugendberichts, in dem kritisch angemerkt wird, dass es den Ganztagsschulen bislang an einem Profil bzw. Konzept fehlt, das Jugendliche anspricht und ihre Bedürfnisse mit den schulischen Belangen in einen konstruktiven Zusammenhang bringt,29 wird die Leitidee der Ganztagsbildung um den Anspruch kind- oder jugendorientiert erweitert. Wann aber ist eine Ganztagsbildung kind- oder jugendorientiert? Wann trägt sie bspw. dazu bei, junge Heranwachsende bei der Bewältigung der „Kernherausforderungen des Jugendalters“30 – professionell und effektiv zu unterstützen? Partizipative Forschung im Feld der (Ganztags-)Schulen kann dazu beitragen das Passungsverhältnis zwischen deren gesellschaftlichem Auftrag und den individuellen Bedürfnissen sowie objektiven Bedarfen der Kinder bzw. Jugendlichen so zu gestalten, dass Ganztagsbildung tatsächlich kind- oder jugendorientiert umgesetzt werden kann.

Kinder- und Jugendarbeit

In der Kinder- und Jugendarbeit gibt es bspw. einen Diskurs darüber, wie viel Offenheit der Angebote angesichts der vielfältigen Aufträge, die an Kinder- und Jugendarbeit herangetragen werden, sinnvoll ist. Diese Diskussionen werden meist über die Köpfe der jungen Menschen hinweg geführt. Partizipative Forschungsprojekte könnten dazu beitragen, die Frage so zu beantworten, dass dabei auch die Perspektiven der jungen Menschen selbst zum Tragen kommen. Sie könnten auch helfen zu entscheiden, welche Fragen eigentlich zuvorderst erforscht werden müssten.

Kinder psychisch erkrankter und suchterkrankter Eltern

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich auch die Forschung zu der Frage, was Familien an Unterstützung brauchen, bei denen ein oder vielleicht auch beide Elternteile psychisch erkrankt sind, deutlich weiterentwickelt. Allerdings geschah dies überwiegend aus einer Expert*innenperspektive heraus.31 Diese ist geprägt von dem jeweiligen beruflichen Hintergrund (z. B. Soziale Arbeit, Psychologie, Medizin, Pflege) der forschenden Personen. Wichtig wäre es, diese Perspektiven durch die der Kinder, Jugendlichen, der erkrankten Eltern und weiteren den Familien nahestehenden Personen zu ergänzen. Auch wenn es selbstverständlich Teil des partizipativen Prozesses wäre, die aus der Perspektive der genannten Gruppen relevanten Forschungsfragen zu generieren, so gibt es gute Gründe anzunehmen, dass insbesondere Fragen der alltäglichen Lebensführung und dabei vermisster oder gewünschter Unterstützungsleitungen eine erhöhte Aufmerksamkeit bekommen würden.

Zusammenarbeit mit Eltern

In vielen Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe beeinflusst die Qualität der Zusammenarbeit mit den Eltern, wie die Unterstützungsangebote wahr- und angenommen werden und ob diese ihre erwartete Wirksamkeit erreichen können. Dies gilt für alle Angebote zur Förderung der Erziehung (Elternbildung, Beratung, Kindertagesbetreuung) ebenso wie für Hilfen zur Erziehung oder Fragen des Unterhaltsvorschusses. Aus professioneller und wissenschaft-licher Sicht gibt es etliche Theorien darüber, wie die Zusammenarbeit mit Eltern am besten gelingen kann. Nicht immer kann davon ausgegangen werden, dass dabei auch wirklich die relevanten Fragen erforscht werden. Partizipative Forschung könnte hier helfen, zu neuen und relevanten Erkenntnissen zu kommen. So könnte in einem partizipativen Forschungsprojekt Aufschluss darüber gewonnen werden, wann eine Fachkraft aus Sicht der Eltern als kompetent wahrgenommen wird und unter welchen Bedingungen das Vertrauen in diese zum Anstoß von familiären Veränderungsprozessen wird. Herausfordernd und spannend ist die Frage der Zusammenarbeit mit Eltern, die nicht erreicht werden. Gemeinsam mit Kooperationspartnern wie dem Jobcenter oder mit Akteur*innen des Gesundheitswesens könnte partizipative Forschung neue Wege aufzeigen, wie eine partnerschaftliche Kooperation auch mit diesen Eltern entstehen kann.

Inklusion

Im Hinblick auf die Zusammenführung der Leistungen für alle Kinder und Jugendlichen im SGB VIII im Rahmen der „Großen Lösung“ der SGB VIII-Reform, geraten auch die Anforderungen an die Fachkräfte in den Blick. Im Rahmen partizipativer Forschungsprojekte kann gemeinsam mit diesen geklärt werden, welche Fragen die wesentlichen in diesem Prozess sind und was sich für den Alltag als relevant erweist. Es kann u. a. den Fragen nachgegangen werden, welche Herausforderungen im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Beeinträchtigung entstehen sowie welche Qualifikationen in der Anwendung des SGB IX benötigt werden oder wie die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams gelingen kann.

Erleben von behördlichem und professionellem Handeln in allen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe

Behörden, Organisationen und Fachkräfte handeln häufig aus der ihnen eigenen Logik heraus und etablieren hierüber scheinbare Sachzwänge, die den Interessen von Adressat*innen zuweilen entgegenstehen. Dies können Öffnungszeiten von Kindertages- oder Jugendeinrichtungen sein (Interesse der Mitarbeitenden im Hinblick auf die Gestaltung der Arbeitszeit), dies kann behördliche Vorgaben bei der Hilfeplanung betreffen sowie die Lage von Sprechstunden in Erziehungsberatungsstellen oder die Alltagsgestaltung in stationären Einrichtungen beeinflussen. Partizipative Forschungsstrategien könnten für die Nebenfolgen solcher Handlungsstrategien sensibilisieren und helfen, Alternativen zu entwickeln, die den unterschiedlichen Interessen besser gerecht werden.

7. Fazit: Partizipative Forschung in der Kinder- und Jugendhilfe? Ja, unter den richtigen Bedingungen!

Die Wissenschaft ist integraler Bestandteil der Weiterentwicklung gesellschaftlicher Systeme, auch für die Kinder- und Jugendhilfe. Im Zusammenspiel mit Politik und Praxis gilt es, Problemlagen zu identifizieren, Lösungen zu entwickeln und diese zu implementieren. Forschung, als Bestandteil der Wissenschaft, nimmt hierbei eine zentrale Funktion bei der Gewinnung neuer Erkenntnisse ein. Die Forschung mithilfe eines partizipativen Ansatzes unter Einbezug der Betroffenen als Co-Forschende ist einerseits eine vielversprechende Möglichkeit, zu neuen und mehrperspektivischen Forschungsergebnissen zu gelangen, vorhandene wissenschaftliche Denkmuster aufzubrechen und den Co-Forscher*innen erhöhte Selbstwirksamkeit und Selbstwahrnehmung zu ermöglichen. Andererseits stellen die spezifischen Charakteristika partizipativer Forschung hohe Anforderungen an die Forschenden selbst, aber auch an die Geldgeber zur Ausgestaltung von dem Forschungsansatz adäquaten Förderrichtlinien. Zudem benötigt partizipative Forschung ein gesellschaftliches und politisches Umfeld, in dem Partizipation einen zentralen, gesellschaftlich anerkannten Wert darstellt. Dies impliziert gleichsam weitere Wertorientierungen, wie z. B. Soziale Gerechtigkeit, Einhaltung der Menschenrechte, die Förderung von Demokratie sowie Umweltgerechtigkeit.

Die AGJ ist der festen Überzeugung, dass die Kinder- und Jugendhilfe die Perspektive aller an ihr beteiligten Akteur*innen – Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Eltern, Fachkräfte, Trägervertreter*innen, Kooperationspartner*innen, Geldgeber und Aufsichtsbehörden – für eine gemeinsame, qualitativ hochwertige Weiterentwicklung braucht. Sie erachtet es daher als zentral, diesen unterschiedlichen Blickwinkeln auch in Wissenschaft und Forschung mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Partizipative Forschung kann diese Funktion erfüllen, wenn sie gut und verantwortungsbewusst durchgeführt wird. Die AGJ plädiert vor diesem Hintergrund dafür, partizipativ angelegte Forschungsprojekte vermehrt zu initiieren und entsprechend zu fördern.

Die AGJ spricht sich darüber hinaus dafür aus, die Sichtbarkeit der Kinder- und Jugendhilfeforschung, inklusive partizipativer Forschungsansätze, zu erhöhen. Bereits bestehende Informationsplattformen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe könnten genutzt werden, die vorhandenen Forschungsprojekte sowie deren Ergebnisse noch stärker in das Blickfeld einer breiten Fachöffentlichkeit zu rücken. Hier könnten Forschungsprojekte mit partizipativen Ansätzen gebündelt dargestellt und so der Aufbau eines Netzwerkes für gegenseitigen Austausch und Hilfe unterstützt werden.

Die AGJ sieht zusammenfassend folgende Anforderungen als zentral für eine gute partizipative Forschung in der Kinder- und Jugendhilfe an:

1) Vordringlich zu klären ist, wer am Forschungsprozess warum zu beteiligen ist. Dies kann dadurch geschehen, dass ein Forschungsbedarf von einzelnen Akteur*innengruppen formuliert und dieser von Forschenden sowie Finanziers aufgegriffen wird, wobei die Akteur*innengruppen im nachfolgenden Forschungsprozess einbezogen bleiben. Es kann aber auch dadurch geschehen, dass professionell Forschende von sich aus diejenigen aktiv in den Forschungsprozess einbinden, die für diesen relevant sind.

2) In jeder Stufe des Forschungsprozesses sind Bedingungen zu schaffen, die eine Beteiligung der unterschiedlichen Akteur*innengruppen ermöglichen. Neben Informa-tionen darüber, welche Anforderungen an eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem gewählten Thema zu stellen sind, sind ebenso u. a. Forschungswerkstätten, ausreichend Zeit zur Klärung von Fragen, andere Finanzierungsmodelle, die Qualifizierung der Forschungspartner*innen in Bezug auf Präsentationstechniken und -strategien sowie andere Formen der Bewertung wissenschaftlicher Leistungen als z. B. Veröffentlichungen in alleiniger Autorenschaft erforderlich.

3) Eine gemeinsame Sprache aller am Forschungsprozess Beteiligten muss entwickelt werden, die einerseits der Vielfalt der Perspektiven und Zugänge zu den Forschungsthemen gerecht wird und andererseits der gemeinsamen Verständigung dient.

4) In Bezug auf das Gelingen partizipativer Forschungsvorhaben bedarf es einer gemeinsamen Verantwortung aller am Forschungsprozess Beteiligten, selbstverständlich in ihren jeweils unterschiedlichen Rollen.

5) Die modifizierten Standards wissenschaftlicher Forschung müssen eingehalten und in Bezug auf partizipative Forschungsvorhaben weiterentwickelt werden.

6) Die Grenze zwischen praktischer Sozialer Arbeit und wissenschaftlicher Forschung muss erhalten bleiben, denn erstens bedarf es aus erkenntnistheoretischer Perspektive heraus Strategien, die helfen, die für den Erkenntnisprozess notwendige Distanzierung von den Zwängen des Alltagshandelns zu schaffen und zweitens besteht die ethische Verpflichtung, mögliche Hilfe- und Unterstützungsbedarfe nicht mit dem Verweis auf wissenschaftliche Gepflogenheiten zu unterlaufen.

7) Gleiches gilt für die Grenze zwischen Forschung und Politik. Erstere ist primär für den Zuwachs an Erkenntnisgewinn verantwortlich, für dessen Überführung in die Praxis und in konkretes Handeln bedarf es dann nicht selten eindeutiger politischer Entscheidungen.

 

Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ

Berlin, 02./03. Juli 2020


1 Ansprechperson für dieses Positionspapier in der AGJ ist die zuständige Referentin des Arbeitsfeldes III „Qualifizierung, Forschung, Fachkräfte“: Annika Dahrendorf (annika.dahrendorf@agj.de).
2 Bergold (2013): Partizipative Forschung und Forschungsstrategien. In: Stiftung Mitarbeit (Hrsg.): eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 08, S. 2.
3 Weitere Informationen unter www.ew.uni-hamburg.de/einrichtungen/ew2/sozialpaedagogik/forschung/deiki.html
4 Weitere Informationen unter www.fh-potsdam.de/forschen/projekte/projekt-detailansicht/project-action/unbegleitete-minderjaehrige-gefluechtete-in-brandenburg
5 Vgl. AGJ (2020): Engagiert, dabei und anerkannt?! Islamische Akteure in der Kinder- und Jugendhilfe. Eine Handreichung. Online unter: www.agj.de/fileadmin/files/publikationen/2020/screen_pub_islamischeakteure_einzeln.pdf
6 Weitere Informationen unter www.bjr.de/themen/praevention/praevention-sexueller-gewalt/forschungsprojekt-schutznorm.html
7 Fauser/Fischer/Münchmeier (2006): Jugendliche als Akteure im Verband. Ergebnisse einer empirischen Untersuchung der Evangelischen Jugend. Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich.
8 Mit den Beforschten sind hierbei alle Personen und Gruppen gemeint, die von dem jeweiligen Forschungsthema und der Fragestellung betroffen sind. Co-Forscher*innen können somit sowohl unmittelbar Betroffene sein als auch mittelbar Betroffene.
9 Bergold/Thomas (2010): Partizipative Forschung. In: Mey/Mruck (Hrsg.): Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie. Wiesbaden: Springer, S. 333-344.
10 Für eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Empowermentkonzept siehe u. a. Seckinger, Mike (2018): Empowerment. In: Otto/Thiersch/Treptow/Ziegler (Hrsg.): Handbuch Soziale Arbeit. Grundlagen der Sozialarbeit und Sozialpädagogik. 6., überarbeitete Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag, S. 307–314; Herriger (2014): Empowerment in der Sozialen Arbeit. Eine Einführung. 5., erweiterte und aktualisierte Auflage. Stuttgart: Kohlhammer-Verlag.
11 Vgl. u. a. Maykus (2009): Praxisforschung in der Kinder- und Jugendhilfe, Wiesbaden: Springer VS; Schrapper (2019): Praxis-Forschung – Praxis-Theorie, oder: Wie praktisch darf Forschung sein? In: Schrapper/ Hinterwälder (Hrsg.): Geschwister im Blick. Mit komplexen Beziehungen umgehen. München: SOS-Kinderdorf Verlag, S. 171-176; Teuber (2019): Forschung aus der Perspektive von SOS-Kinderdorf: Wie praktisch muss Forschung sein? In: Schrapper/ Hinterwälder (Hrsg.): Geschwister im Blick. Mit komplexen Beziehungen umgehen. München: SOS-Kinderdorf Verlag, S. 164-170.
12 Vgl. Bergold/ Thomas (2010): Partizipative Forschung. In: Mey/ Mruck (Hrsg.): Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie. Wiesbaden: Springer VS Fachmedien, S.333-344; Graßhoff (2018): Partizipative Forschung. In: Graßhoff/ Renker/ Schröer (Hrsg.): Soziale Arbeit. Wiesbaden: Springer VS Fachmedien. S.673-686.
13 Vgl. Eßer/ Schär/ Schnurr/ Schröer (i.E.): Partizipative Forschung in der Sozialen Arbeit. Teilhabe an der Wissensproduktion unter Bedingungen sozialer Ungleichheit. In: neue Praxis Sonderheft 16, S.3-23.
14 Vgl. Bergold/ Thomas (2010): Partizipative Forschung. In: Mey/ Mruck (Hrsg.): Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie. Wiesbaden: Springer VS Fachmedien, S.333-344; Achberger (2019): Partizipativ forschen in der Forschungswerkstatt. In: Krumm/ Kilian/ Löwenstein (Hrsg.): Qualitative Forschung in der Sozialpsychiatrie. Eine Einführung in Methodik und Praxis. Köln: Psychiatrie Verlag, S.258-269.
15 Bergold/ Thomas (2012): Partizipative Forschungsmethoden: Ein methodischer Ansatz in Bewegung. In: Forum Qualitative Sozialforschung 13(1).
16 Vgl. Graßhoff (2018): Partizipative Forschung. In: Graßhoff/ Renker/ Schröer (Hrsg.): Soziale Arbeit. Wiesbaden: Springer VS Fachmedien. S.673-686.
17 Vgl. Eßer/ Schär/ Schnurr/ Schröer (i.E.): Partizipative Forschung in der Sozialen Arbeit. Teilhabe an der Wissensproduktion unter Bedingungen sozialer Ungleichheit. In: neue Praxis Sonderheft 16, S.3-23.
18 Weitere Informationen z. B. unter www.icphr.org/; www.partnet-gesundheit.de, www.dvfr.de/fileadmin/user_upload/DVfR/Downloads/Stellungnahmen/Partizipation_an_der_Forschung_%E2%80%93_eine_Matrix_zur_Orientierung_Ef.pdf.
19 Weitere Informationen siehe www.teilhabeforschung.org/.
20 Russo/ Wallcraft (2011): Resisting variables – service user/survivor perspectives on researching coercion. in: Kallert/ Mezzich/ Monahan (Hrsg.): Coercive Treatment in Psychiatry: Clinical, Legal and Ethical Aspects, John Wiley & Sons, Ltd, S. 213-234.
21 Siehe z. B.: AGJ (2019): Gesellschaftliche Anerkennung und Aufwertung der Sozialen Berufe in der Kinder- und Jugendhilfe – Fachkräfte gewinnen, Qualität erhalten und verbessern!; AGJ (2017): Forschungsbedarfe mit Blick auf Geflüchtete im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe; AGJ (2017): „Armut nicht vererben – Bildungschancen verwirklichen – soziale Ungleichheit abbauen! Fünfter Armuts- und Reichtumsbericht: Konsequenzen und Herausforderungen für die Kinder- und Jugendhilfe“; AGJ (2010): Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe – Qualifizierung, Forschung, Fachkräfte.
22 Vgl. SOS-Children’s Villages (Hrsg.): Peer Research: How to make a difference. Online unter: cdn.catch-22.org.uk/wp-content/uploads/2015/03/Peer-Research-How-to-Make-a-Difference.pdf
23 Bergold (2013): Partizipative Forschung und Forschungsstrategien. In: Stiftung Mitarbeit (Hrsg.): eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 08. S.6f.
24 Habermas (1981): Theorie des kommunikativen Handelns. Band 2: Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
25 von Unger (2014): Partizipative Forschung. Einführung in die Forschungspraxis. Wiesbaden: Springer VS Fachmedien.
26 Bergold (2013): Partizipative Forschung und Forschungsstrategien. In: Stiftung Mitarbeit (Hrsg.): eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 08, S.6f.
27 Vgl. Graßhoff (2018): Partizipative Forschung. In: Graßhoff/ Renker/ Schröer (Hrsg.): Soziale Arbeit. Wiesbaden: Springer VS Fachmedien. S.677 ff.
28 Bergold/ Stefan (2012): Partizipative Forschungsmethoden: Ein methodischer Ansatz in Bewegung. In: Forum: Qualitative Sozialforschung. Volume 13, No. 1, Art. 30.
29 BMFSFJ (2017): 15. Kinder- und Jugendbericht. Bericht über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland, S. 476. www.bmfsfj.de/blob/115438/d7ed644e1b7fac4f9266191459903c62/15-kinder-und-jugendbericht-bundestagsdrucksache-data.pdf
30 Ebd., S. 96ff.
31 Vgl. AFET-Bundesverband für Erziehungshilfe e. V (2020): Abschlussbericht Arbeitsgruppe Kinder psychisch- und suchterkrankter Eltern. Online unter www.ag-kpke.de/wp-content

Aktuelle Neuerscheinung

Sozialgesetzbuch VIII auf dem Stand des Gesetzes zur Regelung des Sozialen Entschädigungsrechts

mit neuesten Änderungen im SGB-VIII-Datenschutzrecht

Projekte