Hermine Albers

Der Deutsche Kinder- und Jugendhilfepreis ist nach dem Gründungs- und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Jugendpflege und Jugendfürsorge (heute Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ) Dr. Hermine Albers benannt. In Würdigung ihrer großen Verdienste wurde im Juni 1955 kurze Zeit nach ihrem Tod die Begründung des Hermine-Albers-Preises „zur Förderung der Jugendwohlfahrt“ beschlossen.

Hermine Albers (1894-1955) studierte Kommunal- und Sozialwissenschaften in Köln sowie Staatswissenschaften und Volkswirtschaft in Bonn bevor sie 1926 zum Dr. rer. pol. promovierte. Von 1917 an war sie in verschiedenen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit, der Fürsorge und der Wohlfahrtspflege engagiert, bis sie 1933 von den nationalsozialistischen Machthabern aus ihrem Amt bei der Hamburger Sozialbehörde entlassen wurde. Anschließend war sie bis 1945 in verschiedenen Wirtschaftsunternehmen tätig, um nach Ende des Zweiten Weltkrieges den Aufbau und die Leitung des Hamburger Landesjugendamtes zu übernehmen. In dieser Zeit setzte sie sich verstärkt für die Not leidende Jugend, für hungernde, kranke und obdachlose Kinder und Jugendliche ein. Neben ihrem regionalen Wirken war sie auch überregional aktiv. Im Mai 1949 war Hermine Albers eine der Mitbegründerin der „Arbeitsgemeinschaft für Jugendpflege und Jugendfürsorge“ (AGJJ) und von 1952 bis 1955 ihre zweite Vorsitzende.

Mit dem Hermine-Albers-Preis werden Personen, die im Bereich der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien tätig sind, dazu angeregt an der Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe mitzuwirken. Die Veröffentlichung der ausgezeichneten Arbeiten soll die Theorie und Praxis der Kinder- und Jugendhilfe fördern, unterstützen und weitere Kreise für deren Aufgaben interessieren.

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ hat den Preis in seiner inzwischen über 50-jährigen Geschichte durch die Einführung einer neuen Preiskategorie weiterentwickelt. Im Jahre 2002 wurde erstmals der Preis in der Kategorie Medien verliehen. Diese neue Kategorie soll Journalistinnen und Journalisten motivieren sich mit der vielfältigen Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe (ihre Inhalte, Methoden, Arbeitsweisen und Träger) auseinanderzusetzen, darüber zu berichten und somit eine wirklichkeitsnahe Darstellung der Kinder- und Jugendhilfe in der Öffentlichkeit erreicht werden.

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FORUM JUGENDHILFE 3/2017

u.a. zu: Kinder aus suchtbelasteten Familien, Verschiebebahnhof "Inklusive Lösung", Entwicklung von Pflegekindern im Erwachsenenalter