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Transfer-Talks: Kinder- und Jugendhilfe nach Corona

Mit dem Projekt „Transfer-Talks" verbindet die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ Wissenschaft und Praxis. Im Rahmen einer Podcast- und Veranstaltungsreihe werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche vorgestellt, diskutiert und dadurch Handlungsempfehlungen für Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe generiert. In fünf digitalen Veranstaltungen in der Form von „Transfer-Frühstücken" am Morgen und acht Podcast-Folgen werden bis Ende August 2022 die Themenblöcke Digitalisierung, Übergänge, Armut, Kinderschutz und Jugend(sozial)arbeit in den Blick genommen.

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Transfer-Talks plant eine Reihe „Transfer-Frühstücke" zu den folgenden Daten und Themenschwerpunkten jeweils donnerstags von 9 bis 10:30 Uhr:

Änderungen an der Reihenfolge der Themenblöcke behalten wir uns vor. 

Das Projekt „Transfer-Talks"

Die Corona-Pandemie hat weltweit massive Auswirkungen und auch in Deutschland führen die seit März 2020 bestehenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, insbesondere die Kontaktbeschränkungen, zu schweren Einschnitten im sozialen Leben. Gerade junge Menschen treffen die Regelungen besonders hart, denn Kinder und Jugendliche brauchen den Austausch mit anderen jungen Menschen für eine gesunde Entwicklung und zur Bewältigung der Kernherausforderungen des Kindes- und Jugendalters. Vor diesem Hintergrund müssen Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe dazu befähigt werden, junge Menschen in der Bewältigung der Pandemie, aber auch in der Förderung ihrer Resilienz, Achtsamkeit, psychischen Gesundheit und Selbstkompetenzen bestmöglich zu unterstützen.

Den Transfer-Talks liegt die Auffassung zugrunde, dass eine pädagogisch hochwertige Bildung, Betreuung und Erziehung auf wissenschaftliche Wissensbestände über die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen zurückgreifen muss. Um die dringend benötigte Handlungssicherheit von Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe während und nach der Pandemie zu fördern, bedarf es daher einer fundierten Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Folgen der Pandemie für junge Menschen. Diese Erkenntnisse aus der Forschung sollen im Rahmen der Podcast- und Veranstaltungsreihe der Transfer-Talks praxistauglich aufbereitet und in Handlungsempfehlungen für Fachkräfte übersetzt werden.

Folgende Fragen sind leitend für das Projekt:

  • Wie können die durch Corona angestoßenen Veränderungen pädagogisch begleitet werden, um die psychosozialen Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen auch in Krisenzeiten kompetent und verlässlich behandeln zu können?
  • Wie kann mit Blick auf die behandelten Studien und Berichte und deren Empfehlungen die Selbstkompetenz und Selbstwirksamkeit der betroffenen Kinder und Jugendlichen gefördert werden?
  • Wie können Fachkräfte mit dem vermittelten Wissen die Resilienz und emotionale Stärke der Kinder und Jugendlichen stärken?

Inhaltlich werden fünf Themenbereiche in den Blick genommen, die sich seit der Corona-Pandemie besonders im Wandel befinden und in denen große Veränderungen zu spüren sind:

  • Digitalisierung: Eine Turbo-Digitalisierung der Gesellschaft hat zu neuen Handlungsansätzen, aber auch neuen Herausforderungen geführt. Fragen digitaler Teilhabe, medienpädagogischer Grundsätze sowie der Abwägung von professionellen Standards und lebenspraktischen Herangehensweisen müssen geklärt werden.
  • Übergänge: Kinder und Jugendliche an den verschiedenen Übergängen zur weiterführenden Schule sowie in Ausbildung und Beruf oder als Careleaver haben zum Teil wichtige Entwicklungsschritte verpasst. Für sie gestaltet sich der oftmals pädagogisch unbegleitete Übergang von einem System ins nächste als herausfordernd.
  • Armut: Die Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche, die von Armut betroffen sind, haben sich dramatisch verschärft.
  • Kinderschutz: Kinder und Jugendliche verschwanden über Monate aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit, wodurch die vielfältigen Schutzmechanismen in pädagogischen Institutionen außer Kraft gesetzt waren. Von erhöhten Belastungen und unentdeckten Gefährdungen ist auszugehen.
  • Jugend(sozial)arbeit: Insbesondere Jugendliche haben in einer essenziellen Lebensphase auf Peer-Kontakte, Erprobungsräume und Partizipation verzichten müssen. Dies wurde besonders deutlich im Wegfall aller Angebote der Jugend(sozial)arbeit, die junge Menschen in dieser Phase der Entwicklung wirksam unterstützt.

Zu jedem Themenblock sind ein bis zwei Podcast-Folgen sowie je eine digitale Veranstaltung in Form eines „Transfer-Frühstücks“ am Morgen geplant. Während es bei den digitalen Veranstaltungen primär um die Vorstellung relevanter Studien im jeweiligen Themenbereich geht, bietet der Podcast Raum für eine dialogische, kurzweilige Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen und einen Austausch zwischen Vertreter*innen aus Wissenschaft und Praxis.

Das Projekt „Transfer-Talks“ wird im Rahmen von AUF!leben – Zukunft ist jetzt. gefördert. AUF!leben – Zukunft ist jetzt.ist ein Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Programm ist Teil des Aktionsprogramms Aufholen nach Corona der Bundesregierung.