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Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) zieht „Corona-Lehre“: Fester Platz für Kinder und Jugendliche am Krisentisch

DJHT-Chefin Böllert: „Demokratisch klug ist es, wenn die Generation U27 Teil des Krisenmanagements wird“

Im Krisenmanagement – immer Kinder mit ins Boot holen: Die Corona-Schutzpolitik betrifft Kinder und Jugendliche enorm. Mitentscheiden durften junge Menschen dabei aber nicht. „Die Politik hat ihr ‚junges Ohr‘ in der Corona-Pandemie auf taub gestellt“, sagt Prof. Dr. Karin Böllert von der Universität Münster zum Auftakt des Deutschen Kinder- und Jugendhilfetages (DJHT). Böllert ist Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ, die den DJHT veranstaltet.

Der DJHT geht als Branchen-Gipfel der Kinder- und Jugendhilfe jetzt mit einer klaren Botschaft für mehr Beteiligung nach vorne: „Um künftig Krisen zu bewältigen, muss die Jugend einen festen Platz an jedem Krisentisch haben – und zwar auf allen Ebenen: in den Kommunen, in den Ländern und im Bund“, fordert Böllert. Die DJHT- Chefin appelliert, „ein staatliches Krisenmanagement zu entwickeln, dass Minderjährigen und Heranwachsenden einen gebührenden Einfluss bei einschneidenden Entscheidungen garantiert“.

Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass es „demokratisch nicht gerade klug“ sei, weitreichende Maßnahmen zur Krisenbewältigung an der Generation der Unter-27- Jährigen vorbei zu treffen. „Immerhin haben die Auswirkungen der Corona- Schutzpolitik Kinder und Jugendliche zum Teil hart getroffen – von Lernverlusten durch Kita- und Schulschließungen im Corona-Lockdown bis zum Wegfall von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen, von sozialen Kontakten, die gekappt wurden, bis zum Wegfall vom ehrenamtlichen Engagement zum Beispiel beim Freiwilligen Sozialen Jahr. Es macht einen großen Unterschied bei der Akzeptanz notwendiger Krisenmaßnahmen, ob es gelingt, eine starke Gruppe Betroffener bei anstehenden Entscheidungen mit einzubinden. Oder ob man ihnen das Gefühl gibt, dass sowieso über ihre Köpfe hinweg entschieden wird“, so Karin Böllert.


Hinweise für die Medien
Mehr zum Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT), der noch bis Donnerstag digital vom Messegelände in Essen aus läuft, per …
* … Live-Stream: www.jugendhilfetag.de/live

Medien-Hotline
* Für Rück- und Interviewanfragen: Sabine Kummetat, sabine.kummetat@agj.de
(Hinweis: DJHT-Chefin Prof. Dr. Karin Böllert steht Ihnen während des DJHT als Interviewpartnerin zur Verfügung.)