Im Fokus

Wachsender Fachkräftebedarf – AGJ fordert Gesamt- strategie zur Personalentwicklung mit Weitblick

2025 wird es voraussichtlich eine Personallücke von etwa 125.000 päd. Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe geben. Um dieser Entwicklung richtig zu begegnen, spricht sich die AGJ in ihrer aktuellen Position dafür aus, punktuelle Strategien der Fachkräftegewinnung bzw. Personalentwicklung im Rahmen einer Gesamtstrategie zu bündeln und aufeinander abzustimmen und benennt konkrete Maßnahmen. (Foto: pixabay)

Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe bei einer Arbeitsbesprechung.

Zwischenruf: Spezifische und anlassbezogene Anrechnung informell und non-formal erworbener Kompetenzen in der Kinder- und Jugendhilfe ermöglichen – Europäische Impulse nutzen und erfahrbar machen!

Die AGJ plädiert in ihrem Zwischenruf für eine spezifische und anlassbezogene Anerkennung non-formal und informell erworbener Kompetenzen. Gleichzeitig zeigt sie auf, was in anderen Ländern bereits in diesem Bereich realisiert wird und was wir von diesen Ländern lernen können. In ihrem Zwischenruf spricht sich die AGJ klar gegen den Weg einer standardisierten, vorsorglichen Formalisierung non-formaler und informeller Angebote aus, die langwierig, kostenintensiv und angesichts der Vielfalt möglicher formaler Berufs- und Bildungsangebote nicht zielführend ist. Sie nimmt dabei die Perspektive von Jugendlichen und (jungen) Erwachsenen ein, die non-formal und informell Kompetenzen erworben haben und nicht nachvollziehen können, warum diese beim Zugang zum formalen Berufs- bzw. Bildungssystem keine Bedeutung haben (sollen). Die Befürchtung, dass dieser Prozess eine negative Rückwirkung auf die autonome, nicht arbeitsmarkt- und bildungspolitisch herzuleitende Konzeption und Praxis der Jugendarbeit haben wird, sofern die Verfahren sich aus dem formalen Bildungsbereich herleiten, ist für die Argumentation leitend.

AGJ-Positionspapier „Teilhabe: ein zentraler Begriff für die Kinder- und Jugendhilfe und für eine offene und freie Gesellschaft“

In der aktuellen Fassung des SGB VIII taucht der Begriff „Teilhabe“ nur innerhalb der Benennung der Voraussetzungen des Anspruchs auf Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche mit einer (drohenden) seelischen Behinderung auf. Im Kinder- und Jugendstärkungsgesetz, das der Bundestag in der 18. Legislaturperiode beschlossen hat, das aber aufgrund fehlender Zustimmung des Bundesrates nicht Gesetz geworden ist, sollte Teilhabe stärker aufgegriffen werden. In § 9 SGB VIII war zur Grundausrichtung ergänzend aufgenommen, dass „die gleichberechtigte Teilhabe von jungen Menschen mit und ohne Behinderungen umzusetzen und vorhandene Barrieren abzubauen“ sind. Der Regierungsentwurf sah zudem in § 1 SGB VIII als zusätzliche Zielbestimmungen vor, „die volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft für alle jungen Menschen“ zu ermöglichen und zu erleichtern. Die AGJ will hieran anknüpfen, gibt fachliche Impulse, positioniert sich rechtspolitisch und regt zu einem Grundlagendiskurs zur Bedeutung der Dimension Teilhabe in der Kinder- und Jugendhilfe an. Das Positionspapier wurde am 06./07.12.2018 vom Vorstand der AGJ verabschiedet.

AGJ verabschiedet Positionspapier Das Recht gehört zu werden (Art. 12, UN-Kinderrechtskonvention). Partizipation in der Kindertagesbetreuung.

In Bezugnahme auf den staatlichen Wirkungsbereich und das Alter von 0 bis 6 Jahren fokussiert dieses Positionspapier auf das Recht auf Partizipation in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege. Die Verpflichtung aus Art. 4 der UN-Kinderrechtskonvention, die Vertragspartnerin möge alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs- und sonstigen Maßnahmen zur Verwirklichung der Kinderrechte ergreifen, bezieht sich auf den staatlichen Bereich. Explizit nicht erfasst von diesem Papier sind also unter anderem der private familiäre Bereich, das Recht auf Partizipation in medizinischen Entscheidungen und das Recht auf Anhörung in Verwaltungs- oder gerichtlichen Verfahren sowie das Recht auf Partizipation in den Hilfen zur Erziehung. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ skizziert mit diesem Positionspapier, wie Kinderrechte als Basis des pädagogischen Handelns in der Kindertagesbetreuung wirken. Das Positionspapier wurde am 6./7.12.2018 vom Vorstand beschlossen.

Vorstand beschließt Position „Zugänge zur Kindertagesbetreuung. Eine Betrachtung aus kinderrechtlicher Perspektive“

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ betrachtet mit diesem Positionspapier im Zusammenhang mit den Zugängen zur Kindertagesbetreuung das Vorhandensein von Plätzen und Personal und die damit einhergehenden Bedarfe. Des Weiteren werden die Vergabekriterien für einen Platz in der Kindertagesbetreuung kritisch beleuchtet und zum Ende des Papieres einige Handlungsempfehlungen formuliert. Das Positionspapier wurde am 06./07.12.2018 vom Vorstand der AGJ beschlossen.

AGJ positioniert sich zur Partizipation im Kontext von Kinder- und Jugendarbeit

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ thematisiert in ihrem Positionspapier "Partizipation im Kontext von Kinder- und Jugendarbeit – Voraussetzungen, Ebenen, Spannungsfelder" die Umsetzung und Förderung von Beteiligung aus dem Blickwinkel der Kinder- und Jugendarbeit und legt den Fokus auf die Interessenslagen von Kindern und Jugendlichen. Es wird der Frage nachgegangen wodurch wirkungsvolle und spürbare Beteiligung ermöglicht wird. Darüber hinaus werden verschiedene (strukturelle) Ebenen von Partizipation beschrieben und Spannungsfelder und offene Fragen benannt. Das Positionspapier wurde am 6./7.12.2018 vom Vorstand der AGJ beschlossen.

Stellenausschreibung wissenschaftliche Fachkraft

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ sucht ab 1. März 2019 befristet bis zum 31. Mai 2019 eine wissenschaftliche Fachkraft in Vollzeit für die Arbeitsfelder "Kinder- und Jugend(hilfe)politik in Europa" und "Qualifizierung, Forschung, Fachkräfte". Ggf. besteht die Möglichkeit einer einjährigen Verlängerung.

Deutscher Kinder- und Jugend(-hilfe) MONITOR 2017

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ hat einen Scan zur Situation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland gemacht – und dazu aktuelle Daten und Fakten analysiert und fokussiert. Die Grundlagen bilden dabei das kinder- und jugendpolitische Leitpapier der AGJ und die für den 16. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) erstellte empirische Analyse der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfe-Statistik im Forschungsverbund des Deutschen Jugendinstituts und der TU Dortmund sowie der Bildungsbericht 2016 und der 15. Kinder- und Jugendbericht. Das Ergebnis stellt die AGJ im „Deutschen Kinder- und Jugend(-hilfe) Monitor 2017“ vor.

Aktuelle Neuerscheinung

Cover FORUM JUGENDHILFE 2/2018

FORUM JUGENDHILFE 4/2018

Im Fokus - Jugendpolitik/Jugendstrategie u.a. mit den Themen Jugend-Check und EU-Jugendstrategie 2019-2027