Kategorie: Praxispreis der Kinder- und Jugendhilfe 2018

Politische Bildung in der Kinder- und Jugendhilfe

Für das Jahr 2018 schreibt die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ den Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis in der Kategorie Praxispreis  zum Thema „Politische Bildung in der Kinder- und Jugendhilfe“ aus.

Die Entwicklung junger Menschen zu selbstbestimmten und  sozialen Persönlichkeiten  erfordert kulturelle, instrumentelle, soziale und personale Kompetenzen. Zu deren Erwerb tragen neben dem Elternhaus und der Schule vor allem auch die auf unterschiedliche Entwicklungsphasen ausgerichteten Angebote der Kinder- und Jugendhilfe bei. Für die Förderung individueller und gemeinsamer Urteilsfähigkeit, dem Erlernen von Teilhabe- und Partizipationskompetenz hin zu einem demokratisch handelnden Mitglied unserer Gesellschaft spielt die außerschulische politische Bildung eine zentrale Rolle.
Bezogen auf ein modernes Demokratieverständnis, das auf ein zivilgesellschaftliches Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger setzt, stellt sie ein pädagogisches Handlungsfeld zum Demokratie-Lernen dar. Dadurch ist die außerschulische politische Bildung Querschnittsaufgabe der unterschiedlichen Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe.
Die Qualitätsmerkmale sind der Lebensweltbezug der Teilnehmenden, die Kooperation und Vernetzung der Angebote und Träger. Die daraus entstehenden Netzwerke mit den unterschiedlichsten Akteuren erhöhen die Reichweite und die Vielfalt ihrer Angebote. Zu den wichtigsten Partnern der politischen Bildung in der Kinder- und Jugendhilfe zählen vor allem die Schule, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aber auch Medien und Ausbildungsstätten.
Weitere wichtige Kriterien an eine moderne außerschulische politische Bildung sind außerdem die Einbeziehung der Teilnehmenden als Ko-Produzenten ihres Bildungsprozesses sowie eine prozessoffene Gestaltung der Bildungsarbeit. Um auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse, wie z. B. den Rechtspopulismus, die Zukunftsfähigkeit der EU, die Diskriminierung von Minderheiten, oder die Nutzung digitaler Medien eingehen zu können, müssen Angebote immer wieder an den Interessen der Menschen und potenziellen Teilnehmenden ausgerichtet werden. Die Themen der politischen Bildung in der Kinder- und Jugendhilfe sind dynamisch und benötigen ein System der kontinuierlichen Innovation. Insbesondere bei der Ausbildung von Fachkräften müssen die beschriebenen Kriterien verankert und eine stärkere Berücksichtigung finden.

Mit der Ausschreibung des Praxispreises 2018 werden Organisationen, Initiativen, Träger und Akteure der Kinder- und Jugendhilfe angesprochen, die mit ihrer Arbeit aufzeigen, welchen Beitrag sie zur Weiterentwicklung der politischen Bildung  leisten und ihr neue Impulse geben. Vor dem Hintergrund der Krise der EU (u.a. Brexit) möchten wir mit dieser Ausschreibung insbesondere auch Projekte der politischen Bildung mit europäischen Bezug auffordern, sich an der Ausschreibung zu beteiligen.

Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2017.

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Als Arbeiten kommen in Frage:

  • Berichte, Konzepte, Projektbeschreibungen aus der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe,
  • Arbeiten, die veranschaulichen, wie theoretische und wissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis der Jugendhilfe umgesetzt werden.

Die Ausarbeitungen in der Kategorie Praxispreis der Kinder- und Jugendhilfe können durch Medienprodukte verschiedener Art, wie beispielsweise Videofilme, Hörspiele, Ausstellungen, multimediale Präsentationen sowie Beiträge oder Präsentationen im Internet ergänzt werden. Die kinder- und jugendhilfefachlichen Intentionen der ergänzenden Medienprodukte müssen in einem beigefügten Konzept schriftlich erläutert werden.

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