Ideenlabor Fachkräfte
Das Ideenlabor Fachkräfte ist eine arbeitsfeldübergreifende Arbeitsgruppe der AGJ. Sie befasste sich zwischen März 2025 und April 2026 in insgesamt fünf Sitzungen und bei vielen zusätzlichen Treffen von Unterarbeitsgruppen ausgehend von Fragen der Fachkräftesituation in der Kinder- und Jugendhilfe mit möglichen neuen Denk- und Lösungsansätzen.

Ein anderer Zugang zur Fachkräftedebatte
Thesenpapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ
Die Kinder- und Jugendhilfe steht aktuell durch restriktive Finanzvorgaben, eine verschobene Prioritätensetzung sowie die Infragestellung ihrer Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit im Kontext der Sozialstaatsdebatte unter Legitimationsdruck. Das Thesenpapier der AGJ versucht einen anderen Blick auf den Umgang mit knappen und begrenzten (personellen) Ressourcen zu werfen und fokussiert dabei eine adressat*innenzentrierte Qualitätsentwicklung. Kluge und bedarfssensible Ressourcennutzung, Partizipation und intensivere Kooperationen stehen dabei im Mittelpunkt. In sieben Thesen zeigt das Ideenlabor Fachkräfte auf, wie Teilhabe, Schutz und Förderung junger Menschen auch unter schwierigen Rahmenbedingungen gesichert und nach den fachlichen Ansprüchen der Kinder- und Jugendhilfe weiterentwickelt werden könnten.
Über das Ideenlabor Fachkräfte
Ausgangspunkt der Arbeit war die Beobachtung, dass bestehende Strategien zur Fachkräftegewinnung und -bindung angesichts demografischer Entwicklungen, wachsender Bedarfe und struktureller Überlastungen vielerorts an Grenzen stoßen. Auftrag der Arbeitsgruppe war es daher, neue Perspektiven und innovative Ansätze für einen langfristig tragfähigen Umgang mit knappen personellen Ressourcen zu entwickeln. Ziel sollte es sein, die Handlungsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe zu erhalten, Versorgungslücken zu schließen und Ausschlüssen von Adressat*innen als Folge personeller Engpässe entgegenzuwirken.
Im Zentrum der Diskussionen stand ein Perspektivwechsel: Fachkräftefragen sollten nicht ausschließlich quantitativ betrachtet, sondern stärker mit Fragen der Angebotsstruktur, Planung, Kooperation und einer adressat*innenzentrierten Ressourcennutzung verbunden werden. Die Arbeitsgruppe diskutierte insbesondere, wie die Kinder- und Jugendhilfe ihre Angebote stärker an den Bedürfnissen und Lebenslagen junger Menschen und ihrer Familien ausrichten, kommunale Netzwerke und Planung stärken sowie Kooperationen zwischen öffentlichen und freien Trägern weiterentwickeln kann. Themen wie Partizipation, flexible Angebotsformen und eine größere Verbindlichkeit der Verantwortungsgemeinschaften der unterschiedlichen beteiligten Akteure spielten dabei eine zentrale Rolle.
Die Ergebnisse der Diskussionen von wurden schrittweise in verschiedenen internen Papieren und Berichten festgehalten und schließlich in einem Thesenpapier kondensiert, das im Mai 2026 durch den Vorstand der AGJ beschlossen wurde. Das Ideenlabor versteht seine Arbeit als Impuls für eine offene fachpolitische Debatte darüber, wie die Kinder- und Jugendhilfe unter veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen handlungsfähig, partizipativ und an den Rechten und Bedürfnissen junger Menschen orientiert weiterentwickelt werden kann.
Auch wenn die Arbeit der Arbeitsgruppe fürs Erste beendet ist, ist einer weitere Diskussion der Thesen und Impuls der Arbeitsgruppe ausdrücklich erwünscht. Das Ideenlabor freut sich über weitere Impulse und Ideen sowie über Anmerkungen und Kommentare zu seinem Thesenpapier.
Die Mitglieder des Ideenlabors Fachkräfte
Die Mitglieder des Ideenlabors Fachkräfte wurden durch den Geschäftsführenden Vorstand der AGJ bei dessen Sitzung am 04./05. Dezember 2024 berufen.
- Karola Becker (Internationaler Bund)
- Enrico Birkner (BAG Landesjugendämter/ Leiter des Landesjugendamtes Sachsen)
- Prof.in Dr.in Karin Böllert (Universität Münster)
- Prof.in Dr.in Claudia Buschhorn (HAW Hamburg)
- Prof. Dr. Peter Cloos (Universität Hildesheim)
- Angela Lögering (BMBFSFJ, Referat 522) als Gast
- Alexander Nöhring (AWO Bundesverband)
- Alessandro Novellino (GEW)
- Jana Pampel (Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Familie Berlin, Mitglied im FA III)
- Prof. Dr. Jens Pothmann (DJI, TU Dortmund)
- Matthias Röder (Leiter Kreisjugendamt Darmstadt-Dieburg, Mitglied im FA III)
- Michael Roth (BAG KAE)
- Björn Schreiber (Landesjugendring Brandenburg)
- Uwe Schulz (Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen)
- Vicky Ulrich-von der Weth (Careleaver e.V)
- Gerhard Zeitler (Leiter der Abteilung Jugend und Familie/Landratsamt Hof)
Kontakt zum Ideenlabor
Ansprechperson für das Ideenlabor Fachkräfte in der AGJ-Geschäftsstelle ist die zuständige Referentin des Arbeitsfelds III „Qualifizierung, Forschung, Fachkräfte“, Dr. Irene Poczka - irene.poczka[at]agj.de.