Erziehungswissenschaftlerin Karin Böllert erhält AGJ-Ehrenpreis der Kinder- und Jugendhilfe
Auszeichnung für herausragendes Wirken für die Kinder- und Jugendhilfe und Jugendpolitik
(Köln) Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ zeichnet heute Abend im Rahmen einer Feierstunde in Köln Prof. Dr. Karin Böllert mit dem Ehrenpreis der Kinder- und Jugendhilfe aus.
Die Vergabe des Preises an die Erziehungswissenschaftlerin wurde vom AGJ-Vorstand in seiner Sitzung am 07./08. Mai 2026 auf Empfehlung einer Vorschlagskommission beschlossen. „Mit Karin Böllert wird eine Persönlichkeit geehrt, deren Wirken die Kinder- und Jugendhilfe in Wissenschaft, Praxis und Politik bereichert und geprägt hat. Sie hat damit in den letzten Jahrzehnten wesentlich zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe beigetragen“, begründet die AGJ-Vorsitzende Dr. Gabriele Weitzmann die Vergabe des Preises an Karin Böllert.
Wissenschaft, Praxis und Politik verbinden
In ihrer jahrzehntelangen wissenschaftlichen Tätigkeit als Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Universität Münster verband Karin Böllert hochengagierte Lehre mit praxisbezogener Forschung, fachpolitischem Einsatz und der Beratung politischer Entscheidungsprozesse. In ihrer Forschung ging es ihr dabei unter anderem um einen Austausch, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen aufeinander bezogen werden.
Besonders deutlich wurde die Vermittlungsfunktion Böllerts auch in ihrem jahrzehntelangen Engagement in der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ als einer zentralen Schnittstelle von Wissenschaft, Fachpraxis, Verbänden und Politik auf Bundesebene. Als AGJ-Vorsitzende von 2012 bis 2025 gestaltete sie die Kinder- und Jugend(hilfe)politik mit großer Expertise und außergewöhnlichem persönlichen Engagement mit. Während ihrer Amtszeit setzte sie wichtige fachpolitische Akzente – unter anderem bei Fragen der Jugendpolitik, der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, des Fachkräftemangels, der Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, der Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut und der Teilhabe. Auch die Entwicklung eines inklusiven Kinder- und Jugendhilferechts begleitete und prägte sie intensiv.
Junge Menschen als Expert*innen in eigener Sache ernst nehmen und beteiligen
Dabei war ihr die Beteiligung und die Stärkung der Rechte von jungen Menschen stets ein großes Anliegen. Jungen Menschen eine Stimme zu geben, bedeutet für Karin Böllert, ihre Interessen und Bedürfnisse nicht nur zu hören, sondern sie ernst zu nehmen und in konkretes politisches Handeln zu übersetzen. Deshalb engagierte sie sich mit großer Leidenschaft, Expertise und Hartnäckigkeit für eine Eigenständige Jugendpolitik und einer Verankerung von Jugendbeteiligung auf allen politischen Ebenen – ausdrücklich auch auf Bundesebene. Auch in ihrer Rolle als Vorsitzende der Sachverständigenkommission für den 17. Kinder- und Jugendbericht legte Karin Böllert besonderen Wert auf die direkte Beteiligung junger Menschen und ging dabei mutige, innovative Wege.
Vielfältiges Engagement auf allen föderalen Ebenen und in allen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe
Die Liste der Tätigkeiten von Karin Böllert für die Kinder- und Jugendhilfe ist lang und zeigt ihr großes Engagement auf allen föderalen Ebenen und in allen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe: Sie reicht von den Mitgliedschaften im Bundesjugendkuratorium, im Beraterstab mehrerer Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung, im Nationalen Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen über die Funktion der Co-Vorsitzenden des Beirats des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Jugendstrategie der Bundesregierung bis hin zur Stellvertretenden Vorsitzenden des Beirates des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen und Sprecherin Landeskommission NRW zur Etablierung von Standards zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche.
Verleihung des AGJ-Ehrenpreises der Kinder- und Jugendhilfe 2026
„Mit der Verleihung des AGJ-Ehrenpreises an Prof. Dr. Karin Böllert wird diese jahrzehntelange Leistung gewürdigt, ohne die die Kinder- und Jugendhilfe nicht auf dem fachlichen Niveau arbeiten würde, das sie heute hat“, betont AGJ-Vorsitzende Weitzmann im Vorfeld der Preisverleihung.
Der AGJ-Ehrenpreis 2026 wird am 15. September 2026 in einer abendlichen Feierstunde an Prof. Dr. Karin Böllert verliehen. Die Laudatio hält die AGJ-Vorsitzende Dr. Gabriele Weitzmann. Außerdem werden langjährige Wegbegleiter*innen Prof. Dr. Karin Böllerts Wirken würdigen.
Was ist der AGJ-Ehrenpreis der Kinder- und Jugendhilfe?
Der AGJ-Ehrenpreis der Kinder- und Jugendhilfe wurde nach Beratung des AGJ-Vorstandes im Jahr 2008 eingerichtet und wird von diesem vergeben. Mit dem Ehrenpreis der Kinder- und Jugendhilfe sollen Personen, Organisationen/Institutionen oder Projekte ausgezeichnet werden, die besondere Leistungen für die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe und der Jugend(hilfe)politik über einen langen Zeitraum erbracht haben. Zweck des Preises ist es insbesondere, Lebensleistungen bzw. Lebenswerke durch die AGJ anzuerkennen und zu würdigen.
Seit er ins Leben gerufen wurde, ist der Preis drei Mal vergeben worden: 2010 an Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhard Wiesner, 2013 an Staatssekretär a. D. Prof. Klaus Schäfer und 2018 an den damaligen Direktor des Deutschen Jugendinstituts Prof. Dr. Thomas Rauschenbach.
---------------------------------------------------------------------------------
Pressekontakt
Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ
Sabine Kummetat – Tel. 030 400 40 219, E-Mail: presse[at]agj.de