Professionalisierung als lebenslanger Prozess?
Dynamiken in der Kinder- und Jugendhilfe und ihre Herausforderung für den Erhalt der professionellen Handlungsfähigkeit
Dienstag, 24. November 2026, 13:00–16:00 Uhr, Online
Die Kinder- und Jugendhilfe ist durch eine Reihe dynamischer Veränderungen herausgefordert: Demografische Entwicklungen und Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt führen zu unterschiedlichen und sich wandelnden Personalbedarfen in den Handlungsfeldern und Regionen. Gleichzeitig verändern sich die Lebenslagen und Bedarfe der Adressat*innen und damit auch die fachlichen Anforderungen an die Qualifizierung von Fachkräften. Zum Glück gestalten auch die Beschäftigten in der Kinder- und Jugendhilfe ihre beruflichen Wege weniger linear und stehen einem Wechsel von Tätigkeiten und Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Qualifizierung meist sehr positiv gegenüber. Denn der der Erhalt ihrer professionellen Handlungsfähigkeit ermöglicht ihnen, ihre Arbeit als sinnstiftend zu erleben und zugleich die eigene Selbstwirksamkeit zu erfahren.
Dennoch ist die Anerkennung von Professionalisierung als einem fortlaufenden Prozess der Qualifizierung und Reflexion von Praxiserfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe weiter wenig verbreitet. Gerade auch unter dem Druck knapper personeller Ressourcen und wachsender Anforderungen an Qualität und Professionalität wurde in den vergangenen Jahrzehnten gern wechselseitig in der Praxis oder bei den Hoch- und Fachschulen das Versäumnis bei der Einarbeitung oder bei der Ausbildung festgemacht, wenn sich Berufseinsteiger*innen überfordert und ausgebrannt oder Fachkräfte mit Beginn einer neuen Lebensphase gänzlich aus dem Arbeitsfeld verabschiedeten. Doch es gibt auch positive Beispiele. Diese wollen wir aufgreifen und zeigen, wie die Kinder- und Jugendhilfe auf die vielfältig dynamischen Entwicklungen reagieren und fachliche Qualität langfristig sichern und weiterentwickeln kann. Welche Konzepte braucht es, um professionelle Handlungsfähigkeit über die gesamte Berufsbiografie hinweg zu fördern, komplexen Bedarfen junger Menschen gerecht zu werden, Fachkräfte im System zu halten und ihre Selbstwirksamkeit und berufliche Zufriedenheit zu fördern? Und wie können Praxis und Qualifizierungssysteme dabei stärker zusammenwirken?
Die Veranstaltung bringt Perspektiven aus Praxis, Wissenschaft, Qualifizierung und Fachpolitik zusammen und stellt erfolgreiche Konzepte aus der Praxis und neue Ansätze zur Diskussion.