Jetzt anmelden: Youth Work in unsicheren Zeiten. Zwischen Anwaltschaft, Friedensarbeit und sicherheitspolitischen Erwartungen
Online-Fachveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ
19. November | 16:30–19:30 Uhr | Online via Zoom
Die geopolitische Lage in Europa hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und weitere internationale Konflikte haben Fragen von Frieden und Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und gesellschaftlicher Resilienz stärker in den Mittelpunkt politischer Debatten gerückt. Gleichzeitig stehen junge Menschen vor vielfältigen Herausforderungen: Sie erleben die Folgen internationaler Krisen, wirtschaftlicher Unsicherheiten und gesellschaftlicher Transformationen und müssen ihre Zukunft unter zunehmend unsicheren Bedingungen gestalten.
Diese Entwicklungen verändern auch die politischen Prioritäten auf europäischer Ebene. Während Sicherheit, Krisenvorsorge und Verteidigungsfähigkeit an Bedeutung gewinnen, geraten soziale Infrastruktur, Teilhabe und die Interessen junger Menschen zunehmend unter Druck. Zugleich wächst die Erwartung, dass junge Menschen selbst einen Beitrag zur gesellschaftlichen Resilienz und zur Bewältigung von Krisen leisten. Fragen von Frieden und Sicherheit, wirtschaftlicher Sicherheit und Generationengerechtigkeit werden damit auch zu zentralen jugendpolitischen Zukunftsfragen.
Welche Rolle kommt Youth Work zu?
Damit stellt sich die Frage, welche Erwartungen an Youth Work im Kontext aktueller sicherheitspolitischer Entwicklungen gerichtet werden und wie sich diese mit dem fachlichen Selbstverständnis, dem Anspruch auf Eigenständigkeit und der Interessenvertretung junger Menschen vereinbaren lassen. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Bedeutung von Beteiligung, Demokratiebildung und Friedensarbeit sowie die Frage nach einer möglichen Instrumentalisierung für sicherheitspolitische Zielsetzungen.
Was können wir aus europäischen Perspektiven lernen?
Die Online-Fachveranstaltung nimmt diese Fragen aus einer europäischen Perspektive in den Blick. Gemeinsam mit Expert*innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis diskutieren wir, wie unterschiedliche europäische Länder mit den Herausforderungen umgehen, welche Rolle Youth Work in gesellschaftlichen Krisen zukommt und wie die Interessen und Perspektiven junger Menschen in sicherheits- und jugendpolitische Debatten eingebracht werden können.
Die Veranstaltung verbindet eine wissenschaftliche und europapolitische Einführung mit einer internationalen Paneldiskussion. In anschließenden Vertiefungssessions werden zentrale Fragen aufgegriffen und die europäischen Erfahrungen auf die Situation in Deutschland bezogen. Dabei soll es auch darum gehen, wie die Stimme junger Menschen in diesen Debatten stärker hörbar werden kann und welche Impulse sich für die Praxis der Kinder- und Jugendhilfe ergeben.
Gemeinsam wollen wir diskutieren, wie Youth Work ihr eigenes Selbstverständnis in diesem Spannungsfeld bestimmen, ihre demokratischen und friedenspolitischen Grundlagen stärken und als Akteurin in gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen ernst genommen werden.
Sprache: Die Veranstaltung findet überwiegend auf Englisch statt. Einzelne Vertiefungssessions werden auf Deutsch angeboten. Fragen und Diskussionsbeiträge können nach Möglichkeit sprachlich unterstützt werden.
Anmeldung: https://cloud.agj.de/apps/forms/s/MmEtSA3AwLgNQEQQJQZWrzot
Bitte beachten Sie: Sie erhalten keine automatische Anmeldebestätigung. Den Link zur Teilnahme werden wir Ihnen kurz vor der Veranstaltung zur Verfügung stellen. Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an irene.poczka@agj.de.
Die Einwahldaten für den Zoom-Raum werden den angemeldeten Teilnehmenden rechtzeitig vor der Veranstaltung per E-Mail zugesandt.
Programm
16:15 Uhr – Einlass in den Zoom-Raum
16:30 Uhr – Eröffnung und Begrüßung
Alexander Nöhring, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ
Teil I: Youth Work zwischen Generationengerechtigkeit, Frieden und Sicherheit
16:35 Uhr – Inhaltliche Einführung: Jugendpolitik und Generationengerechtigkeit in Zeiten geopolitischer Unsicherheit (DE)
Dr. Frederike Hofmann-van de Poll, Deutsches Jugendinstitut (DJI)
16:45 Uhr – Keynote: Europäische und wissenschaftliche Perspektiven auf Youth Work in unsicheren Zeiten (EN)
Asst. Prof. Dr. Marko Kovacic, Leiter des Zentrums für Friedens- und Konfliktstudien an der Universität Rijeka, Kroatien
17:00 Uhr – Rückfragen aus dem Publikum
Teil II: Europäische Perspektiven auf Youth Work, Krisen und gesellschaftliche Resilienz
17:15 Uhr – Internationale Paneldiskussion (EN)
Mit Expert*innen aus verschiedenen europäischen Ländern und Institutionen, darunter:
- Camilla Ojala, finnische Perspektive
- Asst. Prof. Dr. Marko Kovacic, kroatische Perspektive
- Alex Weber-Herrmann, deutsche Perspektive
- David Jelinek, Generaldirektion Verteidigungsindustrie und Weltraum der Europäischen Kommission (DG DEFIS)
- Ein*e Vertreter*in der südeuropäischen Perspektiven ist angefragt
Teil III: Europäische Erfahrungen und Impulse für die Praxis in Deutschland
18:20 Uhr – Pause
18:40 Uhr – Vertiefungssessions: Was bedeuten europäische Erfahrungen für Youth Work in Deutschland? (DE/EN)
19:10 Uhr – Vorstellung zentraler Erkenntnisse und gemeinsamer Ausblick
19:30 Uhr – Ende der Veranstaltung
Hinweis zur Sprache: Die Veranstaltung findet überwiegend auf Englisch statt. Einzelne Vertiefungssessions werden auf Deutsch angeboten. Die Kürzel DE und EN markieren die hauptsächlich verwendete Sprache des jeweiligen Programmpunkts.
Youth Work in Uncertain Times. Between Advocacy. Peace Work and Security Policy Expectations
Online Discussion Event organised by the Association for Child and Youth Welfare – AGJ
19 November 2026 | 4:30–7:30 pm CET | Online via Zoom
The geopolitical situation in Europe has fundamentally changed in recent years. Russia’s war of aggression against Ukraine and other international conflicts have brought questions of peace and security, defence capabilities and societal resilience increasingly to the forefront of political debate. At the same time, young people face a wide range of challenges: they are experiencing the consequences of international crises, economic uncertainty and societal transformations, and must shape their futures under increasingly uncertain conditions.
These developments are also changing political priorities at the European level. As security, crisis preparedness and defence capabilities gain importance, social infrastructure, participation and the interests of young people are coming under increasing pressure. At the same time, there are growing expectations that young people themselves should contribute to societal resilience and crisis response. Questions of peace and security, economic security and intergenerational justice are therefore becoming central issues for the future of youth policy.
What role does Youth Work play?
This raises the question of what is expected of Youth Work in the context of current security policy developments, and how these expectations can be reconciled with its professional identity, its autonomy and its role in representing the interests of young people. Particular attention will be paid to participation, democratic learning and peace work, as well as the risk that Youth Work may be instrumentalised to serve security policy objectives.
What can we learn from different European perspectives?
This online expert event will explore these questions from a European perspective. Together with experts from academia, politics and practice, we will discuss how different European countries are responding to these challenges, what role Youth Work plays in times of societal crisis, and how the interests and perspectives of young people can be brought into debates on security policy and youth policy.
The event combines an academic and European policy introduction with an international panel discussion. Subsequent thematic breakout sessions will explore key questions in greater depth and relate European experiences to the situation in Germany. These sessions will also consider how young people’s voices can be made more prominent in these debates and what insights and impulses can be drawn for practice in child and youth welfare.
Together, we will discuss how Youth Work can define its own professional identity within this field of tension, strengthen its democratic foundations and commitment to peace, and ensure that it is recognised as an actor in societal dialogue and decision-making processes.
Language: The event will be held primarily in English. Individual breakout sessions will be offered in German. Language support for questions and contributions to the discussion will be provided wherever possible.
Registration: Register for the event
Please note that you will not receive an automatic registration confirmation. We will send you the link to join the event shortly before it takes place. If you have any further questions, please contact Irene Poczka at irene.poczka[at]agj.de.
The Zoom access details will be sent to registered participants by email in good time before the event.
Programme
4:15 pm – Zoom room opens
4:30 pm – Opening and welcome
Alexander Nöhring, Managing Director, Association for Child and Youth Welfare – AGJ
Part I: Youth Work between Intergenerational Justice, Peace and Security
4:35 pm – Introduction: Youth Policy and Intergenerational Justice in Times of Geopolitical Uncertainty (DE)
Dr Frederike Hofmann-van de Poll, German Youth Institute (DJI)
4:45 pm – Keynote: European and Academic Perspectives on Youth Work in Uncertain Times (EN)
Assistant Professor Dr Marko Kovačić, Head of the Centre for Peace and Conflict Studies, University of Rijeka, Croatia
5:00 pm – Questions from the audience
Part II: European Perspectives on Youth Work, Crises and Societal Resilience
5:15 pm – International Panel Discussion (EN)
With experts from various European countries and institutions, including:
- Camilla Ojala – Finnish perspective
- Assistant Professor Dr Marko Kovačić – Croatian perspective
- Alex Weber-Herrmann – German perspective
- David Jelinek – European Commission, Directorate-General for Defence Industry and Space (DG DEFIS)
- N.N. - A representative offering a Southern European perspective – invited
Part III: European Experiences and Implications for Practice in Germany
6:20 pm – Break
6:40 pm – Breakout Sessions: What Do European Experiences Mean for Youth Work in Germany? (DE/EN)
7:10 pm – Presentation of Key Insights and Joint Outlook
7:30 pm – End of the event
Language note: The event will be held primarily in English. Individual breakout sessions will be offered in German. The abbreviations DE and EN indicate the main language used for each programme item.