Schule und Kindertagesbetreuung verfolgen unterschiedliche, aber komplementäre Bildungsverständnisse und ihre systematische Verbindung kann eine zentrale Voraussetzung für mehr Bildungsgerechtigkeit sein - gelingt in der Praxis jedoch noch unzureichend. Zugleich ist das Bildungsverständnis der Kinder- und Jugendhilfe selbst innerhalb des eigenen Feldes kaum klar artikuliert. Das Papier konturiert dieses Verständnis daher mit Fokus auf das Handlungsfeld Kindertagesbetreuung anhand von vier Aufträgen – Wohlbefinden gewährleisten und Beziehungen gestalten, Selbstwirksamkeit stärken, Benachteiligungen abbauen sowie Partizipation und Teilhabe aller fördern – und benennt strukturelle Handlungsbedarfe für eine gleichberechtigte Kooperation beider Systeme. Abschließend formuliert die AGJ Erwartungen an Fachpraxis, Träger und Politik, um ein erweitertes Bildungsverständnis strukturell zu verankern.